Speedwhore – The Future Is Now

Speedwhore - The Future is now

Wir verbleiben in Deutschland, doch springen einige Dekaden nach vorne und werden ein gutes Stück härter. Der Name Speedwhore klingt schon nach ordentlich rabiatem Metal und genau den liefern die Jungs aus München bzw Berlin auf ihrem Debüt-Album „The Future Is Now“ von 2015 auch. 2006 gegründet hat man erst etwas herumprobiert bevor man sich ans Album setzte und so zwei Demos veröffentlicht und nach ebenjenem folgten noch eine EP und ein paar kleinere Veröffentlichungen, so dass es langsam mal wieder Zeit für ein Album wäre. Aber gut, so ist das halt manchmal.

Kommen wir zum Thema des Abends und lauschen den betörenden Klängen des Black/Thrash-Geballers von „The Future Is Now„. Musikalisch gibts da zwar ordentlich was auf die Rübe, stumpf wirkt das Ganze trotzdem nicht. Stattdessen kriegt man was geboten, was etwas an Venom erinnert, hier und da Black Sabbath-Riffs durchschimmern lässt und immer wieder auf die Old School-Speed Metal-Schiene abdriftet. Dabei sorgen die Drums mit direktem Geballer für stumpfen Druck nach vorne während die Riffs ordentlich sägen und die Vocals mit gutturalem Keifen Hass verbreiten. Dieser Grundtenor wird allerdings immer wieder durch ein paar hohe Lead-Riffs und spitze Heavy Metal-Schreie aufgelockert und ein paar groovige Motörhead-Riffs schmuggeln sich auch ins Album. Damit bewegt sich die Truppe konstant zwischen First Wave-Black Metal, dreckigem Black/Thrash und rockigem Motörblack mit Einflüssen von 80s Heavy Metal. Diesem Mix präsentieren die Jungs allerdings ordentlich energiegeladen und voller Spielfreude, die Riffs sitzen und lassen immer wieder mitnicken, während die Geschwindigkeit dem Gebräu noch mehr Wumms mitgibt. Dazu passen die wilden, fast schon chaotischen Vocals wie die Faust aufs Auge, vom räudigen Gekeife, das durch Hall und Effekte noch chaotischer wirkt bis zu den fast willkürlich eingestreuten Schreien. Leider übertreiben es die Jungs teilweise ein wenig und es fällt schwer den Songs zu folgen, doch das bildet tatsächlich eher die Ausnahme, womit es dem Hörspaß kaum Abbruch tut. Stattdessen freut man sich über ein druckvolles, dreckiges Old School-Metal-Album der schnelleren und härteren Gangart. Auch bleibt das Werk trotz „engem“ Konzept über seine gesamte Länge spannend und bringt immer mal wieder kleine Ideen ein, die das Interesse wecken und halten.

Wer Lust hat auf einen dreckigen und unpolierten Mix aus First-Wave-Black Metal im Stil von Venom oder frühen Sodom, gerne auch mit Speed Metal und Motörhead-Einflüssen, der dürfte bei Speedwhore an der richtigen Adresse sein, denn die liefern mit „The Future Is Now“ ein erstes Brett in diese Richtung ab, das zwar noch etwas jugendlich-unbeholfen, aber dadurch nicht weniger geil ballert. Ein wenig Feintuning beim Songwriting könnte die Band noch brauchen, aber ansonsten geht die Scheibe gut rein.

Links:

Bandcamp    Facebook    Metal-Archives    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s