Absolutum – II

Absolutum - II

Absolutum sind zurück! Beziehungsweise waren es letztes Jahr schon… Das deutsche All-Star-Projekt, das über diese Bezeichnung selbst vermutlich am meisten schmunzelt, hat mit „II“ ihre zweite EP veröffentlicht. Bei Mitgliedern von Bands wie Total Negation, Valborg und Fäulnis ist hier wieder einmal etwas geiles zu erwarten und genau das liefert die Truppe auch.

Musikalisch bewegt man sich wie auch schon auf der ersten EP im Brackwasser des Second Wave Black Metal. Tiefschwarz, monoton und giftig rumpelt die Truppe drauf los, nachdem sich das Ambient-Intro verzogen hat. Dazu wird es chaotisch, punkig und chaotisch, doch bleibt das Songwriting überraschend tight und energetisch. Chaos bringen hauptsächlich die wie immer manischen Schreie von Seuche ein, die zwischen punkig-besoffen, giftig-garstig und einfach nur abgefuckt schwanken. Die Instrumente selber bleiben dem klassischen Black Metal schon eher treu und liefern knisternde Riffs und eine drückende Atmosphäre der alten Schule. Immer wieder bringen die Drums Schwung in die Geschichte und wummern mit Double Bass nach vorne, halten sich aber auch sonst wacker und liefern einen ziemlich guten Groove. Die Produktion passt sich dem Thema an und bleibt recht lo-fi, aber trotzdem gut genug um jedem Instrument freien Raum zur Selbstverwirklichung zu lassen und Details ziemlich gut hörbar zu halten. Trotzdem bleiben Störgeräusche und Rauschen nicht aus was das Album allerdings mehr hilft als stört, sorgt es doch für einen schön erdigen und organischen Sound. So organisch und ausgewogen das Ganze allerdings scheint, die Vocals stehen doch deutlich im Zentrum und ziehen einen in ihren manischen, verzweifelten Bann. Doch schafft es die Band spielerisch den halbstündigen Old School-Reigen nicht völlig von Seuche dominieren zu lassen, sondern liefern mit „II“ ein einfach stimmiges und packendes Schwarzmetall-Brett ab, das sich zwar klassisch gibt, aber doch aus jeder der beteiligten Bands das ein oder andere mitnimmt. Sehr zur Freude des Hörers.

Damit ist auch nicht verwunderlich, dass ich auch für die zweite Absolutum-EP nur meine Empfehlung aussprechen kann. Klassischer Früh-90er Black Metal, dreckig, chaotisch und versifft, aber durchdachter und zielstrebiger als man zunächst vermutet, breitet sich hier langsam aber unaufhörlich eine bedrückende Schwärze aus, die einen in ihren Bann zieht.

Links:

Bandcamp    Metal-Archives

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