Attonitus – Opus II – Von Lug und Trug

Attonitus - Opus 2

Mit Attonitus widmen wir uns das erste mal einer deutschen Mittelalter-Rock-Band, wenn ich mich nicht täusche. Diese gründete sich 2005 im hohen Norden Deutschlands und starteten zunächst als reines Mittelalterfolk-Projekt, bevor sie mehr Rock und Metal-Einflüsse in die Musik einflossen. So entstanden über die Jahre drei voneinander völlig verschiedene Alben bevor sich die Band etwa 2012 auflöste. Das letzte Album erschien 2011 unter dem Namen „Opus II – Von Lug und Trug“ und ist auch gleich ihr bestes Werk.

Als Intro muss Latein herhalten, das dem Album auch gleich ein religiöses/christliches Beiwerk liefert, was sich dann thematisch auch ein Stück weit durch das Album zieht, allerdings nicht ganz so ernst wie man vermuten könnte. Stattdessen bekommt man augenzwinkernde Texte über Männer, die Leute bei der Inquisition verpfeifen um ihnen die Frau auszuspannen, oder Spielleute, die Menschen zu Ketzern „bekehren“. Dazu gesellen sich natürlich die übliche Minnesang- und Trink-Thematik, das Ganze nach Schema „Reim dich oder ich fress dich“, was auch mein größter Kritikpunkt an der Scheibe ist. Ansonsten liefern die Herren nämlich ziemlich metallischen Mittelalter-Rock, der mit viel Energie nach vorne geht und hier und da mit schwungvollen Punk-Einlagen („Skol„) und natürlich allerlei Instrumente der Marke Schalmei, Harfe und Davul. Auch hört man der Band deutlich ihre Einflüsse an, so klingen einige der Dudelsack-Parts als wären sie 1:1 aus In Extremo-Songs entnommen (z.B. „Laut„) und der Leadsänger klingt wie das uneheliche Kind von Alea dem Bescheidenen und Eric Fish. Das klingt jetzt zwar erstmal auch negativ, doch machen die Songs allesamt einen heidenspaß und lassen sich auch nach dem zehnten Met noch problemlos mitsingen. Auch die Riffs und generell die Instrumentalleistung ist ziemlich ordentlich, hier und da etwas holprig, aber doch schön energetisch, melodisch und hart. Dazu der ziemlich gute Gesang, gerne auch mal mehrstimmig, und schon wird man bestens unterhalten. Ob man das wirklich auf 50 Minuten strecken muss, muss jeder für sich wissen, wobei die Songs allesamt kurzweilig genug sind, dass man das gar nicht wirklich merkt und wieder beim Intro angekommen ist während man innerlich noch „Laut“ mitsummt.

Wer also etwas Mittelalter-Rock sucht, der etwas unter dem Radar fliegt aber nicht komplette Grütze ist, der sollte sich mal das letzte Attonitus-Album zu Gemüte führen. Vielleicht zurecht in Vergessenheit geraten liefert „Opus II – Von Lug und Trug“ doch 14 lockere Metal-Songs mit Mittelaltereinschlag, der leicht ins Ohr geht und Spaß macht. Eine Offenbarung wird man hier vielleicht nicht finden, aber doch ein ziemlich gutes Album, also reinhören!

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