Dekadent – Venera: Trial & Tribulation

cover

Heute nochmal ein schon etwas älteres Album. Die Slowenen von Dekadent sind bereits seit 2005 unterwegs und haben seitdem 6 Alben veröffentlicht. Das dritte Werk erschien dabei 2011 und hört auf den Titel „Venera: Trial & Tribulation„. Bereits zu dieser Zeit hatte die Band einige Besetzungswechsel hinter sich und von der Originalbesetzung war nur noch Artur über geblieben. Davon ließ man sich aber nicht beirren und zauberte ein wirklich einzigartiges Black Metal-Monument. Doch was macht die Scheibe eigentlich so einzigartig?

Bereits beim Artwork lässt sich erahnen, dass die Reise nicht in typische schwarzmetallische Gefilde führt, sondern experimenteller oder zumindest freizügiger (Achtung, Wortwitz) gearbeitet wird. Und das hört man dann auch sofort. Statt verzerrten, dissonanten Riffs setzt man hier auf fast schon fröhliche Melodien, gerne positiv melancholisch, locker-leicht und umgarnend. Die Blasts donnern zwar kraftvoll und auch tieferes Gekeife gibts zu Genüge, doch wirklich aggressiv wirkt die Musik nie. Stattdessen klingt die Scheibe wie ein lockeres Prog Rock-Album mit Black Metal-Einschlag… als würde sich Devin Townsend an nem Black Metal-Album versuchen, wies ein Typ auf Bandcamp ausgedrückt hat. Passender hätte auch ich das nicht beschreiben können. Die Black Metal-Elemente geben dem Ganzen Feuer, Energie und ein Stück Aggression, was von den Gitarrenarrangements aufgenommen und in eingängige Melodien und sanfte Aufbauten verwandelt wird, denen man ihre Wurzeln im atmosphärischen Black Metal zwar noch leicht anhört, aber ansonsten nichts mit selbigen gemein hat. Darauf legen sich grimmige tiefe Screams, die die Musik auch nochmal etwas düsterer werden lassen. Hier und da erinnert die Musik etwas an Blaine Rohmer oder Last Moon’s Dawn, wirklich Überschneidungen im Sound gibts aber trotzdem nicht, stattdessen bleiben Dekadent in ihrer ganz eigenen musikalischen Nische. Und damit füllen sie die über 50 Minuten auch voll aus. Immer schön schwankend zwischen Aggression und Feinfühligkeit, zwischen den Welten quasi, sorgen die Herren dafür, dass die Musik abwechslungsreich und interessant bleibt.

Wer bei „wenn Devin Townsend Black Metal machen würde“ nicht hellhörig wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Dekadent brauen hier ihr ganz eigenes Süppchen inden großen Weiten des Black Metals und zelebrieren auf „Venera: Trial & Tribulation“ ihren sehr angenehmen, warmen und gemütlichen Stil, der zwar irgendwo im Black Metal fußt, aber trotzdem komplett anders daher kommt. Die Scheibe ist der Beweis, dass Black Metal auch in fröhlich funktioniert, wenn man weiß, wie.

Links:

Bandcamp    Facebook    Homepage    Instagram    Metal-Archives    ReverbNation    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s