Brayndance – Brayndance

Brayndance - brayndance

Heute mal wieder eine lokale Band, die völlig in Vergessenheit geraten ist. Brayndance aus Kassel gründeten sich 1996 und bereits ein Jahr später legte der Fünfer eine erste EP vor, die 1999 vom ersten und einzigen Album gefolgt wurde. Danach verwischen die Spuren und heute ist davon auszugehen, dass die Band sich aufgelöst hat. Ebenfalls nicht überliefert sind mögliche Nachfolgebands oder zumindest andere Projekte an denen die Musiker beteiligt waren. Sehr nebulös, aber wie dem auch sei, hören wir doch einfach mal in ihrer selbstbetitelte EP rein.

Grob einordnen lässt sich die halbstündige Scheibe wohl im Progressive Metal, wobei sich die Jungs da keine große Mühe geben in eine Schublade zu passen. Etwas Prog Rock hier, eine Ballade dort, dann wieder härter wird einem hier ein ziemlich breites Angebot an Gefrickel geboten. Dabei bleiben die Jungs aber überraschend eingängig und erinnern doch immer wieder sehr stark an 80er Jahre Neo-Prog der Marke Saga und ähnliche. Gleich beim Opener „Experience“ wird einem klar was ich meine: Gitarrengefrickel trifft auf melodischen Klargesang und ziemlich dominante futuristische Keyboards. Immer an der Grenze zwischen gemächlich und hektisch angesiedelt, rifft man sich durch den Song, wirft im Refrain nochmal extra viel Pathos ein, gibt sich aber auch nicht die größte Mühe sich von der Masse an poppigem Prog Rock abzusetzen. Das ändert sich auch im weiteren Verlauf der CD nicht. „Black“ wird etwas metal-lastiger und düsterer, mit „Call of the Whales“ wird die obligatorische Ballade präsentiert und beim abschließenden 9-Minüter „Magic“ zeigt die Band nochmal all ihre Stärken ohne allzu weit über ihren Schatten zu springen. Das soll jetzt bei Weitem nicht heißen, dass die Jungs nix auf dem Kasten hätten, doch hat man das alles schon öfter mal gehört, selbst wenn man kein Fan von Prog Rock/Metal ist. Dafür gehen die Jungs mit ordentlich Ehrgeiz und Spielfreude an die Sache ran, was das schon fast wieder wett macht. Hörspaß ist hier allemal geboten und langweilig wird die Scheibe aufgrund der doch ziemlich unterschiedlichen Songs auch nicht.

Wer mal schnell ne halbe Stunde für Prog-Zeug über hat, der kriegt mit Braydance’s selbstbetitelter EP die volle Bandbreite geliefert. Wirklich innovativ ist hier zwar nichts, aber unterhalten wird man trotzdem gut. Die Jungs beherrschen sowohl Instrumente als auch Stimme tadellos, immer wieder werden kleinere Akzente gesetzt und so hat man hier doch eine ziemlich kurzweilige Scheibe beieinander. Sie ist allerdings bei weitem kein „Must-Have“.

Links:

Metal-Archives

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s