Soul Dissolution – Stardust

Soul Dissolution - stardust

Mit postigem Atmospheric Black Metal kann man bei mir wenig falsch machen, da verwundert die heutige Albenauswahl recht wenig. Die Belgier von Soul Dissolution sind mir bereits von ihrer 2018er EP „Nowhere“ ein Begriff, wirklich weiter mit ihnen beschäftigt habe ich mich allerdings noch nicht. Das heißt bis heute, denn kurz vor der EP erschein bereits das Album „Stardust„, ebenfalls in 2018, welches ich mir kürzlich zu Gemüte führte und mich doch noch ein wenig mehr in die 2012 gegründete Band verlieben ließ.

Gleich beim ersten Hören fällt mir auf, dass ich mit der Annahme, dass die EP aus Restmaterial des Albums entstand, wohl damals recht hatte, denn das Full-Length präsentiert sich nochmal um einiges ausgefeilter, epischer und packender als die EP und zelebriert den Bandsound als wenns kein Morgen mehr gäbe. Majestätische Gitarrenmelodien, monotones aber druckvolles Drumming und eine agonieerfüllte Stimme ziehen einen sofort in ihren Bann. Träge und bedrückend aber doch energetisch wabern die Songs aus den Lautsprechern und erfüllen den Raum mit Melancholie, Tristesse und einem Hauch Fernweh. Dabei tut sich nichtmal allzu viel. Das Drumming geht stur seiner Wege, kommt hier und da mal mit einem Rhythmuswechsel um die Ecke, bleibt aber durchgehend recht ruhig… abgesehen vom Base Drum-Dauerfeuer irgendwo im Hintergrund. Die Vocals bleiben ihrem Stil auch treu, schaffen es allerdings spielerisch mit von Trauer verzerrten, trübseligen und verzweifelten Schreien Atmosphäre aufzubauen und den Hörer emotional mitzunehmen. Aber auch die Gitarren bleiben ihrer Linie treu, auch wenn sie auf den ersten Blick abwechslungsreich erscheint. Die Riffs sind zutiefst melodisch und kreieren eine zerbrechliche, verträumte und verspielte Atmosphäre, lehnen sich dabei aber nicht weit aus dem Fenster. Man bleibt seiner Linie treu und das ist genau das, was das Album braucht. Nur so entsteht diese Atmosphäre, die man fast schon schneiden kann. Episch bauen sich die Melodien auf, spielen mit dem flächigen Keyboardteppich, animieren diesen etwas aus sich heraus zu gehen und treiben so die Songs in immer neue Höhen. Immer wieder besinnen sich die Herren wieder und zügeln sich ein wenig, es wird wieder ruhiger und bedachter. Hier und da ein kurzes Piano-Stückchen lassen sie sich aber nicht nehmen um die doch recht zurückhaltenden Keyboards noch etwas aufzupeppen. Hier bekommt man 38 Minuten reinster Melancholie eingeschenkt, so dicht, man kann sich damit fast einreiben.

Freunde von atmosphärischem Black Metal, der gerne sphärisch, melancholisch, melodisch und trübselig sein darf, kommen bei Soul Dissolution voll auf ihre Kosten. Noch ausgereifter als auf ihrer EP präsentieren die Belgier auf dem Album „Stardust“ Emotion in Reinform, in die ich mich immer wieder gerne stürze und treiben lasse. Großartig!

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