Golgotha – Remembering the Past / Writing the Future

Golgotha - remembering the past

Heute zieht es mich mal wieder nach Spanien, zu einer Band, die man tatsächlich als Urgesteine der lokalen Doom Metal-Szene bezeichnen kann. Sie waren unter den Ersten, die diese Stilrichtung nach Spanien brachten und mit weitem Abstand die ersten auf Mallorca, die diesen Sound vorantrieben. Lokal hat diese Band also locker Kultstatus erreicht, international kennt man sie dagegen etwas weniger. Die Rede ist von Golgotha, die in ihrer mit Unterbrechungen durchsetzten 30-jährigen Karriere immerhin vier Alben veröffentlichen konnten. Nun liefern sie mit der EP „Remembering the Past / Writing the Future“ einen kurzen Überblick über das was war, ist und vielleicht sein wird.

Die EP besteht aus mehreren Teilen. Den ersten bildet der brandneue Song „Don’t Waste Your Life„, danach geht es mit vier Neuaufnahmen von Klassikern weiter und je nach Version kommt als drittes noch ein Set mit drei Orchestralversionen von drei Songs der EP. Von Beginn an gehts hier ordentlich zur Sache, schwerer, träger Doom Metal trifft auf energiegeladenen und aggressiven Death Metal, ständig zwischen den Welten alternierend und so ein emotionales aber doch harsches Werk kreierend. Jeder Song hat seinen ganz eigenen Charakter, was nicht verwundert, stammen doch alle von verschiedenen Alben, vereint werden sie auf der EP allerdings durch eine moderne, druckvolle Produktion. Schwer und erdrückend schleppen sich die Riffs voran, begleitet von einfachem Drumming und ordentlichem Bassspiel, dazu die jeweils passenden Vocals. Die Death Metal-lastigeren Parts kommen natürlich mit tiefem, harschem Gegrunze daher, die klassischeren Doom-Segmente mit Klargesang, wobei beide Gesangsstile doch recht melodisch ausfallen. Das kann man allerdings über die Musik auch sagen. Sie mag schwer und brachial daher kommen, doch findet sich immer eine Grundmelodie, die mal von den Riffs ausgeht, mal von den dezent eingesetztem Keyboards. Hier und da wird das Tempo ganz gedrosselt und auch die Härte rausgenommen, dafür sorgt die Stimme von Amon López, gerne mal von seinen Kollegen unterstützt, dafür, dass der frei gewordene Raum trotzdem gefüllt wird. So sorgt die Band durch Abwechslung, packende Riffs, einen Hauch Keyboards und melodisch-eingängigem Gesang für erstaunlich kurzweilige 30 Minuten. Schwer, harsch, aber eben auch fragil und sanft, beides liegt der Band und findet seinen rechtmäßigen Platz im Bandsound. Wer danach noch nicht genug hat, der wird belohnt mit 3 orchestralen Versionen, die nochmal ein ganz anderes Bild von den Songs malen, die düstere und schwere Atmosphäre der Stücke aber immer noch ziemlich gut einfangen. Ist aber im Großen und Ganzen nur ein Bonus für Die-Hards.

Wer mit spanischem Death-Doom oder Doom Metal generell bisher wenig Berührungspunkte hat, der kann sich mit dieser EP schonmal einen ziemlich guten Überblick über das Schaffen eines der Urgesteine der Szene verschaffen. Ein brandneuer und 4 alte in neuem Gewand sorgen für 30 Minuten feinster Trägheitskunst der härteren Gangart und wissen zu gefallen. Golgotha und im Speziellen „Remembering the Past / Writing the Future“ sind also in jedem Fall ein Öhrchen wert!

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