Degradatonia – Demo

Degradatonia

Heute gibts mal wieder ein Demo von einer Band, die in Vergessenheit geraten ist, nachdem sie ohnehin kaum wer kannte. Degradatonia gründeten sich 2004 in Litauen und hatte über die Jahre auch Mitglieder von Bands wie SBS oder Obtest in ihren Reihen. Immer mal wieder drehte sich das Mitgliederkarussel ein wenig, bis man 2008 das erste und einzige Demo aufnahm und veröffentlichte.

Musikalisch geht es bei Degradatonia düster und schwer zu. Irgendwo zwischen klassischem Gothic Metal und Doom Metal angesiedelt, zelebrieren die Herrschaften düstere, romantische und depressive Themen, untermalt von trägen Riffs, Goth Rock-Hooks und ein wenig…joa…anderen Einflüssen. Die anderen Einflüsse sind dann leider auch das, was dem Demo ein wenig das Bein stellt. Ja, ich meine den komplett schiefen Modern Talking-Gesangsverschnitt am Anfang von „Don’t Touch My Minds„. Hätte nicht sein müssen, kann man aber kurz drüber lachen oder sich fremdschämen und dann abhaken. Dafür sorgt der Rest für ordentliche Unterhaltung. Rockige Parts treffen auf Doom Metal-Anklänge sowie Cello und ordentliche, atmosphärische Keyboards, die sich nicht in den Vordergrund drängeln. Darüber legt sich eine Vielzahl an Vocals, die von normalem, mittlerem Klargesang, über Gothic-typischen Bass und tiefere Growls bis zu etwas heiserem Geschreie alles abdeckt was man in dem Genregemisch so einbauen kann ohne, dass es komisch wirkt. Stattdessen durchlebt man verschiedenste Emotionen, triefenden Pathos und ne ordentliche Portion Charisma, so dass man gerade zu ins Schwelgen kommt, sei es wegen 90er-Jahre Goth Rock-Nostalgie, Überraschung ob des ziemlich cool eingesetzten Akkordeons oder der anderen kleinen Aha-Momente, die sich hier und da verstecken. Doom Metal-typisch tendieren die Songs etwas zur Überlänge, womit die vier Stücke auf gut 24 Minuten kommen, die aber ausgefüllt werden mit melodischem Gothic/Doom Metal, der wie bereits erwähnt mehr als genug Überraschungen und Facetten bereit hält um spannend zu bleiben.

Degradatonia zelebrieren auf ihrem einzigen Demo eine interessante Mischung, die prinzipiell dem klassischen Gothic Rock/Metal am nächsten kommt, nur durch Doom-Einflüsse langsamer, schwerer und träger ausfällt, sich davon aber nicht den Spaß nehmen lässt. Düster, melancholisch, emotional präsentiert sich die Litauische Band und zeigt sich voller Spielfreude. Gut, hier und da vielleicht etwas zu mechanisch und steril, aber alles in allem kann das Demo trotzdem überzeugen. Hübsches Ding, das man sich durchaus mal reinziehen kann….wenn man es denn irgendwo findet.

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