Frozen Shield – Deafening Woods

Frozen Shield - Deafening Woods

Holt die Methörner raus, heute gibts Folk Metal für euch. Um dabei meinem Bildungsauftrag nachzukommen, widmen wir uns einer kleinen aber feinen Band aus Spanien, die mir über den Weg gelaufen sind, als ich Infos zu einer völlig anderen Band gesucht habe. Frozen Shield nennt sich diese Truppe aus Barcelona, die sich 2010 gründete und 2014 ihr bisher einziges Demo veröffentlichten. 2018 kam noch eine Single, aber bis heute ist „Deafening Woods“ das einzige „größere“ Release der Band. Schade eigentlich, liefern sie doch einen coolen Mix an Einflüssen.

Gut, musikalisch wirkt die Band noch etwas unbeholfen, der Gesang sitzt auch noch nicht so ganz, aber trotzdem liefern die drei Metal-Songs des Demos ordentlich Spaß und metseelige Stimmung, aber kann auch tiefsinniger. Musikalisch bewegt man sich dabei auf dem feinen Grad zwischen Viking und Folk Metal, hat also viel Epik, aber eben auch harscheres Geballer. Hier wirds etwas black metallisch, da drängen sich die Keyboards in den Vordergrund, epische Gitarrenmelodien jagen durch den Raum, immer mal unterbrochen von kleineren Stakkatomomenten. Hauptinspiration scheinen dabei Finntroll und Forefather zu sein, angereichert mit anderen Sachen hier und da. Das geht mal in eine moderne Melo Death-Richtung, mal kommt fast schon eine Pirate Metal-Stimmung auf. Das klappt mal überraschend gut, ist hier und da allerdings etwas holprig, tut dem Hörvergrüngen allerdings kaum Abbruch. Auch gesanglich geht diese Rechnung auf, denn man wechselt immer wieder zwischen harschen, grummeligen Screams und Growls und epischem, vielleicht etwas schwachbrüstigem Klargesang. Mal groovy, mal grimmig, mal folkig-fröhlich und natürlich mit dem obligatorischen „Hey Hey Hey“, vor allem in der Partyhymne „Green Beards„, hier gibts die volle Breitseite an klassischem Folk Metal-Gegröle mit Viking-Anstrich. Wer nach den drei Songs nicht genug hat, der hört sich die (CD-exklusiven) Bonussongs auch noch an, da wird man nämlich nochmal richtig umgehauen. Die bestehen aus orchestralen Versionen der beiden Nicht-Party-Folk-Songs und zeigen die Band nochmal von einer ganz anderen Seite. Hier konnte sich der Keyboarder nochmal richtig ausleben und zeigt und epische, wirklich bezaubernde Orchestrationen, die so auch 1:1 in einem Fantasy-Epos vorkommen könnten, wenn die Protagonisten mit großartiger Kamerafahrt von weit oben gefilmt mit ihren weißen Hengsten durch Felder galoppieren, die bis zum Horizont reichen. Genau so und nicht anders! Ungelogen sind die Bonussongs das beste an diesem Demo und das sage ich obwohl mir die Metal-Tracks auch sehr zusagen.

Eine junge Band, die sich hier an ein erstes Demo wagt. Das hört man doch tatsächlich immer raus, das Songwriting hangelt sich noch sehr stark an den Vorbildern entlang, hier und da etwas holprig, aber gerade durch die epischen, verspielten Keyboards kommt trotzdem Spaß und Stimmung auf. Episch, mal verträumt, dann wieder in Feierlaune gehts hier durch alle Emotionen und endet in epischer Fantasy-Orchester-Musik. „Deafening Woods“ kann man durchaus hören, wenn man Fan des Genres ist, auch wenn Frozen Shield noch einen langen Weg vor sich haben. Bin gespannt wie das noch dieses Jahr erscheinende Debüt-Album klingen wird.

Links:

Bandcamp    Facebook    Instagram    Metal-Archives    ReverbNation    Twitter    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s