Moorgeist – Hymnen der Nacht

cover

Mit Moorgeist kümmern wir uns heute mal um ein neues Projekt von Wehrgoat, der manchen vielleicht von seinen Bands Czarnobog und Sturmfolk bekannt sein könnte. Anfang 2020 erschien zunächst eine selbstbetitelte EP unter dem Namen Moorgeist und bereits wenige Monate später folgte „Hymnen der Nacht„, welches das Projekt nochmal von einer ganz anderen Seite zeigt.

Musikalisch zeigt sich der Herr hier deutlich ruhiger als auf der ersten EP, allerdings noch genauso beklemmend, bedrohlich und finster wie man es gewohnt ist. Der Black Metal, der früher noch dominanter war, tritt hier völlig in den Hintergrund. Die Gitarren lassen sich nur noch als leichtes Kratzen im Hintergrund wahrnehmen, die Drums sind ebenfalls kaum hörbar und liefern einen langsamen, trägen und monotonen Beat und auch gesanglich geht Moorgeist andere Wege. Klar gibts noch Schreie, die verhallen allerdings in der Nacht, quälen sich durch die Songs und werden nicht selten durch unbehagliche Gesänge ersetzt, die an schwere Mönchschöre erinnern und mit der Musik verschwimmen. Musikalisch dominiert auf der EP düsterer Ambient, eine regelrechte schwarze Wand aus der immer mal wieder hellere Melodien durchschimmern, aber doch nie die Oberhand gewinnen. Langsam treiben die Keyboards die Songs nach vorne, bauen sich vorsichtig auf zu gewaltigen, schwarzen Monumenten und verschmelzen mit Gitarren, Drums und Vocals zu einem tiefschwarzen Moor aus Dunkelheit. Eine Atmosphäre zum zerschneiden. Über eine halbe Stunde zieht sich das Werk hin und schafft es dabei mit dem allernötigsten an Abwechslung auszukommen um jedem Song zumindest ein ein wenig eigenes Gefühl mitzugeben und so die Scheibe fesselnd zu halten.

Moorgeist zeigt einmal mehr wie geil eine Fusion von Ambient und Black Metal sein kann, selbst wenn es ruhig und sachte zugeht. Wer hier auf ausufernde Keyboardorgien und harten, aggressiven Black Metal hofft, der wird schon beim Intro eines besseren belehrt, denn hier steht Schwere, Unbehagen und Stimmung klar im Vordergrund. „Hymnen der Nacht“ ist zwar ruhig und langsam, aber bei weitem nicht langweilig.

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