Ar da Desgraça – Enigmática Perpétua Sinfonia

cover

Mucke aus Brasilien stand, glaube ich, schon länger nicht mehr auf der Speisekarte. Ein Glück, dass uns die Band Ar da Desgraça letztes Jahr ein neues Album kredenzt hat, das jetzt hier gebührend vorgestellt werden soll. 2005 gründete sich die Band um Gitarrist/Sänger Pestenegra, zunächst als Duo, später wandelte sich das Projekt dann zur vollwertigen Band. So wurde 2009 ein erstes schnelles Demo eingespielt, bevor man sich 8 Jahre Zeit ließ um am Debüt zu feilen. Jetzt hat man mit „Enigmática Perpétua Sinfonia“ nochmal ordentlich zugelegt und ein echtes Monster vom Zaum gelassen.

Dabei macht die Band aus Santa Catarina nichts wirklich neues. Die Band zelebriert klassischen 90er-Jahre Melodic Black Metal, schwedischer Gangart, das aber auf einem Level, das nicht oft erreicht wird. Das fängt schon bei der Produktion an, die zwar noch schön knistert, aber trotzdem ziemlich hochwertig und klar daher kommt, so dass man alle Facetten der Songs in sich aufnehmen kann. Nach kurzem Intro gibt es kein Halten mehr und man wird von großartigem Black Metal hinweggefegt. Die Drums liefern ordentlich ab, schwanken dabei zwischen ruhigen aber bestimmten Rhythmen und vollem Blast Beat-Gewitter während die Riffs die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ein geiles und packendes Riff reiht sich an das Nächste, hier ein kurzes Solo eingeschoben, da einen leichten Pagan Black-Unterton, dann wieder geradliniges Gesäge, immer mal wieder ein kurzes Interlude und dann wieder „gib ihm“. Das Ganze so nahtlos miteinander verwoben, dass man die Übergänge erst mitkriegt, wenn man vom nächsten Blast überrollt wird. Mal bleibt das Songwriting schwarz und aggressiv wie in „Êxtase Delirante„, mal wirds melancholisch und gediegen wie im 9-Minüter „Ruína e Decadência„, die restlichen Songs decken dann alles ab was da noch so dazwischen sein kann. Auch gesanglich liefern Pestenegra und seine Truppe vorzüglich ab. Die Screams sitzen, haben einiges an Melodie von den Gitarren mitbekommen und zeigen die ganz ungeniert und auch die immer mal wiede eingesetzten Backing-Gesänge verfehlen ihre Wirkung nicht. Stattdessen geben sie den ohnehin schon packenden Vocals noch einen gewissen Extrakick mit auf den Weg. Da wirds bisweilen auch mal etwas emotionaler. 40 Minuten purer Ekstase, eingängigen Riffs und klassischem Melo Black der alten Schule.

Was Ar da Desgraça auf ihrem zweiten Album abliefern ist noch mal einen mächtigen Sprung über dem was sie auf dem Debüt zeigten. Auf „Enigmática Perpétua Sinfonia“ bekommt man klassischen melodischen Black Metal der zweiten Welle mit dem gewissen Etwas geboten. Hier und da kleinere Pagan-Einflüsse, die man allerdings nur mitbekommt, wenn man wirklich nach ihnen sucht, halten das Ganze unterbewusst abwechslungsreich, ansonsten überzeugen die Jungs durch großartige Riffs, packendes Songwriting und ein stimmiges Gesamtpaket. Großartige Scheibe!

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