Sarmat – RS-28

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Wir mal wieder Zeit für etwas „stumpfes“ Geballer, da kommen mir die Polen von Sarmat gerade recht. Das 2018 gegründete Trio lieferte kürzlich sein Debüt-Album „RS-28“ ab und dem hört man sofort an, dass alle Mitglieder schon einige Erfahrungen in anderen Bands gesammelt haben. Obendrein ließ sich Arkadiusz Malczewski als Produzent verpflichten, der auch schon für Alben von Behemoth und Decapitated zuständig war. Beste Voraussetzungen, oder?

Ohne Intro geht die Scheibe gleich in die Vollen und lässt einen bis zum Ende auch nicht mehr verschnaufen. Druckvoller, massiver Death Metal knüppelt von Anfang bis Schluss voll durch, die Drums liefern Dauerfeuer und drücken einem die Songs förmlich mit Gewalt ins Ohr. Tiefe, mächtige Growls verstärken den Effekt noch weiter und gerade die mehrstimmigen und mit Effekten versehenen Parts klingen schon recht diabolisch und dämonisch düster. Auch die immer mal wieder eingestreuten Screams fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Die Gitarren gehen allerdings in eine etwas andere Richtung. Die sind doch mehr vom Black Metal inspiriert und füllen das schwere, aggressive Monster, das die Band geschaffen hat, mit Dissonanz, sägenden Riffs und einem Hauch Melodik, was das Werk zu einem noch finstereren Brocken anschwellen lässt. Obendrein wird die Atmosphäre von Krieg, Zerstörung und Militärgeschichte so noch unbequemer und „realistischer“. So fällt einem zunächst gar nicht auf, dass das Album gerade mal eine halbe Stunde lang ist, sondern wird in einem schier endlosen Loch voller Finsternis gefangen genommen. Dass die Riffs oft ziemlich einfach und monoton ausfallen, stört nicht, sondern verstärkt die Atmosphäre noch, die Ähnlichkeiten zu Belphegor und Azarath oder sogar Bolt Thrower ebenfalls, genauso wie die großartige, voluminöse Produktion der Scheibe. Was man dem Album allerdings vorwerfen kann, ist dass das doch alles ziemlich bekannt klingt. Man orientiert sich stark an den großen Vorbildern der Szene und mischt nur einen Hauch Eigeninitiative mit ein, doch wer daraus so einen Brocken an Album abliefert, dem sei das Verziehen.

Wenn ihr also auch mal wieder Bock auf nen gewaltsamen Black/Death-Abriss habt, dann gönnt euch mal das Debüt von Sarmat, denn „RS-28“ klingt genau so wie man es vom Bandnamen her vermutet: nach ultimativer Zerstörung und beklemmender Atmosphäre. Richtig gutes Ding.

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