Mirror of Deception – Foregone

cover

Heute machen wir mal wieder einen Abstecher zur ältesten, durchgängig aktiven Doom Metal-Band Deutschlands. 1990 gegründet können Mirror of Deception auf eine stattliche Karriere zurückblicken. Nach einigen Demos erschien 2001 das Debütalbum, welches 2004 durch „Foregone“ abgelöst wurde. Interessant an der Scheibe ist vor allem, dass sich kurz vor den Aufnahmen das halbe Lineup änderte, dementsprechend klingt das Album doch ein wenig anders als die älteren Sachen.

Gut, so viel anders ist es dann doch nicht. Die Jungs blieben ihrem Stil weitestgehend treu und liefern auch auf „Foregone“ Doom Metal der alten Schule. Gleich zu Beginn stellt man fest, dass die Produktion deutlich druckvoller und ausdifferenzierter ist als bei den Vorgängern. Die Riffs schleppen sich schwer durch die Songs während sich immer wieder melodische Leads in den Vordergrund drängen. Die Drums steuern ihren Teil bei, werden hier und da sogar ziemlich komplex, bleiben aber weitgehend eher langsam, dafür schwer. Der Bass zeigt sich genauso schwer und lieber mit dröhnende Schwere, die sich eng an die Gitarren schmiegt und den Riffs so noch mehr Biss und Gewalt mit gibt. Im Kontrast dazu stehen die häufig eingestreuten ruhigen, fast schon akustischen Parts, die die Stimmung in eine völlig andere Richtung kippen lässt und zusammen mit den großartigen Cleans (mal nur verhallt, mal mehrstimmig) dafür sorgt, dass man einen sehr nostalgischen und melancholischen Weg einschlägt. Dabei liegen die Doom Metal-Parts wie ein dunkler Schatten über den Erinnerungen, wohingegen die Vocals immer einen Schimmer Hoffnung und Licht durchschimmern lassen. Man ertränkt sich also nicht in Trauer, sondern schaut mit Wehmut auf Vergangenes ohne die schönen Momente zu verdrängen. Das zeigt sich besonders schön bei „Deception Island„, das zunächst mit einem tristen, fast depressiven Intro loslässt, bevor der Song sich in eine ziemlich rockige, lockere Richtung entwickelt und später wieder gewohnte Gefilde ansteuert. Mit diesem Batzen an Melodik, Epik und Gefühl kann man nicht viel mehr tun als sich treiben lassen und genießen, hier und da abrocken und gelegentlich eine Träne verdrücken. Allein das Ende von „Mirthless“ ist es wert, dass man sich das Album kauft.

Mirror of Deception haben nicht nur produktionstechnisch aufgestockt, auch musikalisch läuft auf „Foregone“ einiges mehr ab als auf den Vorgängern. Dabei bleiben die Jungs ihrem epischen, melodischen Doom Metal treu, schaffen es aber, die Songs noch dichter, noch emotionaler und beschwingter zu gestalten, was einen als Hörer noch tiefer in seinen Bann zieht. Ganz großes Kino, ein Klassiker des Teutonen-Doom!

Links:

Bandcamp    Facebook    Homepage    Instagram    Metal-Archives    ReverbNation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s