Dantalian / Naurrakar – Dissolution – Subatomic Extinction of Everything

Dantalian - Naurrakar split

Nachdem das Sonntagsreview durch einen fast tödlichen Fall der gemeinen Männergrippe ausfiel (*hust*), gibt es heute einfach mal zwei Bands auf einmal für euch. Magie? Mitnichten, stattdessen habe ich eine Split zwischen Dantalian aus Kolumbien und Naurrakar aus Tschechien dabei, bei der die größte Gemeinsamkeit der Bands laut Cover Artwork darin besteht, dass beide als zweiten und achten/vorletzten Buchstaben ein „a“ vorweisen können. Achja, und beide spielen Black Metal, aber das nur am Rande. Naurrakar dürften hinlänglich bekannt sein, wenn man meinen Review ein Stück weit folgt, Dantalian dagegen waren mir vor dieser Split gänzlich unbekannt. Gut, wenn man in 20 Jahren Bandgeschichte nur zwei Alben und ein wenig Kleinkram veröffentlicht, ist die Chance groß, dass es das nicht über den großen Teich schafft. Aber genug geschwafelt, sondern rein in den Aal namens „Dissolution – Subatomic Extinction of Everything„.

Beide Bands scheinen sich auf dieser Split ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu liefern, auch wenn sie ziemlich verschiedene Ansätze verfolgen. Während Dantalian die Split mit brandneuen Songs füllt, die erst ein Jahr später auf dem zweiten Album erneut auftauchen, liefern Naurrakar einen Überblick über ihr bisheriges schaffen mit Songs von ihren beiden Alben und der 2015er EP. Aber auch musikalisch unterscheiden sich die Bands um Welten. Dantalian beginnen die Split mit ziemlich melodischem Black Metal der gemächlicheren Gangart. Die Drums liefern zwar eine ordentliche Ladung Double-Bass und Blast Beat-Geballer, bleiben aber ansonsten ziemlich locker groovy während die Gitarren saftige Leads raushauen, ein geiles Riff nach dem anderen vom Stapel lassen und immer einen Hauch Melodie oder zumindest Harmonie durchschimmern lassen. So ein wenig erinnert das an Mephorash, nur ohne den Okkultismus-Bombast. Dazu gestalten sich die Songs ziemlich vielschichtig, lassen viele Ideen zu Wort kommen, bleiben dabei aber auf Kurs und gehen zielgerichtet nach vorne. Gerade „Children without a Soul“ avanciert da schnell zum Favoriten, allein der hörbar ernst gemeinten „I’m afraid of dying“-Zeile, die Namtaru mit seinem heiseren, bissigen Hauch von Gekeife raushaut. Dazu die sich fast schon zur Ekstase steigernden Riffsalven und man kann sich dem Bann des Songs eigentlich nicht mehr entziehen. Nach den vier Songs übernehmen Naurrakar das Zepter und ballern ihre vier Stücke in ähnlich druckvollem und gut produzierten Gewand raus wie Dantalian das vor gemacht haben. Die Songs sind bekannt, doch haben die Jungs hier ein echt gutes Paket zusammengepackt. Der Anfang mach das gemächlichere, schleppende „Lůno Zkázy„, bevor „Démon Uvadlého Ráje“ pure Zerstörung und punkige Rage zelebriert, „5Mt“ fast schon eine moderne Darkthrone-Richtung mit klassisch frostigen Black Metal-Einschüben abfeiert und „Epilog Lidstva“ zum Abschluss nochmal etwas gemächlichere, groovigere und rohere Kost raushaut, die dann auch relativ verhallt ausfällt. Man kriegt also alle Stationen, die der Atompanzer Naurrakar auf ihrer Reise besucht haben, in einem kompakten Uran-Aufguss. Wers dahingehend genauer möchte, dem kann ich da nur die Reviews zu den jeweiligen Alben ans Herz legen und will hier gar nicht ausschweifender werden.

Naurrakar enttäuschen erneut nicht. Zwar liefert die Band selbst „nur“ alte Songs, haben sich aber mit Dantalian einen mehr als würdigen Split-Partner angelacht, der mit seinen Stücken das Black Metal-Herz schneller schlagen lässt und auch ein paar emotionale Schmankerl bereit hält. Für Fans jeweils einer dieser Bands gibts also genug Grund die Split der anderen Band wegen zukaufen, wobei auch die bereits bekannt Band ordentlich Krawall macht. Kann man also nur empfehlen!

Links:

Dantalian:    Bandcamp    Facebook    Instagram    Metal-Archives    ReverbNation    Twitter    YouTube

Naurrakar:  Bandzone    Facebook    Metal-Archives    SoundCloud    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s