Naurrakar – Uranfaust

Naurrakar - Uranfaust

Naurrakar sind zurück! Das Tschechische Power-Quartett aus Prag meldet sich nach drei Jahren und einer Split mit ihrem dritten Album zurück. Zur Bandhistorie brauche ich wohl nicht viel zu erzählen, außer dass seit 2019 zwei neue Männer den Posten an Bass und Mikro besetzen, was man den Songs auf „Uranfaust“ auch durchaus anhört.

Im Direktvergleich mit dem Vorgänger „Apogeum“ zeigt sich sofort, dass die Jungs auf dem neuen Album noch weniger Gefangene nehmen. Der Sound ist deutlich roher, kratziger und wilder, alles wirkt unpoliert und auch ein paar kleine Spielfehler schienen drin geblieben zu sein. Dabei schaffen es die Herren, daraus einen hasserfüllten Batzen zu formen, bei dem das Rohe und Raue mehr als positiv zum Gesamtbild passt. Hier wird man mit sägenden Gitarren, donnernden aber groovigen Drums und hasserfülltem, manischen Gekeife an die Wand gepresst. Direkt, aggressiv und wild wird hier ein Riff nach dem anderen vom Stapel gelassen, die dünne Produktion und die durchgängigen Störgeräusche sorgen für eine unbehagliche Atmosphäre und sorgt dafür, dass die Scheibe für den ein oder anderen sicher schwer zugänglich sein wird. Hier und da will man das Ganze als Raw Black Metal bezeichnen, aber dafür sind die Herren qualitativ zu gut, das Songwriting zu tight und die Produktion im ganzen doch zu einheitlich, als dass man sie mit diesem doch von vielen eher negativ assoziierten Begriff „beleidigen“ will. Stattdessen lauscht man dem Soundtrack zum Atomkrieg, der mal straight ins Fressbrett ballert, aber auch groovige Parts, etwas punkigen Flair und atmosphärische Elemente in sich vereinigt. Trotz des ganzen Chaos und dreckigem Geschrei und Gekeife, schaffen es die Jungs also, allen voran natürlich Songwriter und Bandchef Ego BMK Struktur in die Songs zu bringen, ihnen ein Gesicht zu geben und den Wahnsinn mit etwas Abwechslung zu kombinieren, ähnlich einem Radio, das irgendwo auf dem Schlachtfeld leise Töne von sich gibt, während der nächste atomare Angriff einschlägt. Hier ist tatsächlich für viele was geboten, wenn man knistern und sägen mag, jeder Song geht so ein wenig seinen eigenen Weg, geeint durch ein Thema und einen Grundsound.

Naurrakar haben einmal mehr mein Herz gewonnen. Diese wilde Mischung aus unnachgiebigem, aggressiven Black Metal, eine rauen, kratzigen Produktion und den vielen kleinen Spielereien und Parts mit denen man im ersten Moment nicht unbedingt rechnet, ist einfach von vorne bis hinten unglaublich einnehmend. Man fühlt sich nicht wohl in dieser Welt und doch will man wissen wie der Krieg zu Ende geht und was nach dem Einschlag der „Uranfaust“ noch so über bleibt. Großartiges Songwriting für ein unbequemes, aber packendes Album.

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