Liholesie – Shamanic Twilight

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Mit Liholesie widmen wir uns heute mal wieder den etwas ruhigeren Klängen, namentlich spirituellem Folk und Ambient. Auch ist das russische Ein-Mann-Projekt schon seit 20 Jahren aktiv und hat in dieser Zeit mehr als genug Musik veröffentlich, die Grund für eine Besprechung bieten. Gut 6 Alben sowie einige Demos und EPs hat das Projekt schon auf dem Buckel, wobei das aktuellste Werk Anfang dieses Monats erschien und auf den vielsagenden Titel „Shamanic Twilight“ hört und hier heute vorgestellt werden soll.

Musikalisch bleibt sich das Projekt seiner Linie treu und verbindet Ethno-Drums mit folklorischen Instrumenten und Ambient um ein sehr ruhiges aber spirituelles Werk zu kreieren, dass sehr viel zu erzählen hat. Man begibt sich mit auf die Reise eines rastlosen Wanderers, der durch mystische Wälder und weite Tundren reist und dabei auch geistig tausende Wege beschreitet, schamanische Rituale abhält, immer auf der Suche nach sich selbst. Das wäre zumindest meine Interpretation, allerdings lässt das rein instrumental gehaltene Album da viel Spielraum für eigene Interpretationen. Die Band selbst beispielsweise beschreibt das Werk als einen Schamanen, der ständig zwischen den Welten wandert, was ebenfalls ziemlich passend ist. Musikalisch wird hier dementsprechend viel auf einen spirituellen Ansatz hingearbeitet. Sanftes aber bestimmtes Drumming pusht die Songs etwas nach vorne während die Instrumente heidnische Töne verlauten lassen, gerne auch mit sphärischen Streichern und verspielten Flöten arbeiten und dem Ambient der Keyboards viel Platz zum Füllen einräumen, was diese mit Kusshand annehmen. Faszinierenderweise schafft es die Scheibe so, sowohl intensiv und mächtig als auch locker leicht zu klingen und verbindet beides auf eine ziemlich fesselnde Art und Weise, die das Album spannend hält. Auch die Songs selbst halten viel Spannung bereit, werden nach ruhigem Start immer epischer und aufbrausender bis sie plötzlich wieder zu bremsen wissen und in eine andere Welt eintauchen. Geschichtenerzählen wird hier groß geschrieben und so zieht sich die Reise des Wanderers und seine Erlebnisse als roter Faden durch die Scheibe, wobei die Musik im Stande ist, einen Film vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen. Das kann bei weitem nicht jedes Projekt mit derlei Ambitionen von sich behaupten. Also nehmt euch einen Tee, setzt euch bequem hin und lasst die Reise beginnen.

Shamanic Twilight“ hat mich gleich beim ersten Durchlauf massiv überrascht. Wer auf Bands wie Wardruna oder Heilung steht, der sollte hier dringend ein Ohr riskieren, denn Liholesie spielen nicht nur mit der Wahrnehmung, sondern laden ein auf eine fesselnde Reise durch die Welten. Großartiges Album.

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