Corr Mhóna – Abhainn

CD1200S

Verbleiben wir doch noch etwas im eher heidnisch geprägten Teil des Metals, kümmern uns aber um eine Mischung, die so nicht alltäglich ist. Die Rede ist von den Iren Corr Mhóna und ihrem Mix aus Pagan und Doom Metal. Mit „Abhainn“ veröffentlichte die 2008 gegründete Band jüngst ihr zweites Album in altbekannter Besetzung. Grund genug, da mal reinzuhören.

Dabei merkt man, dass die Band irgendwie ein ganz eigenes Süppchen kochen will. Zwar lassen sie sich durchaus mit Bands wie Mael Mórdha in einen Topf schmeißen, aber so wirklich ähnlich klingt die Musik trotzdem irgendwie nicht. Corr Mhóna mischen dabei schweren, drückenden Doom Metal mit einer gewissen Pagan-Note und immer wieder durchschimmernden Death-Doom-Anhleihen und etwas Black Metal-Raserei findet sich auch. Dazu gesellt sich ein starker Fokus auf eine dichte Atmosphäre und ein Wechselspiel aus epischen Klargesängen und bissigem Gekeife. Dabei kommen allerdings auch die Riffs nicht zu kurz, sondern kommen sogar relativ komplex und vielschichtig daher. Immer mal wieder sorgt gekonntes Gefrickel dafür, dass man fast etwas den Faden verliert, schießt aber nie übers Ziel hinaus. Auch das Songwriting an sich hat viele Ideen zu bieten, ebenfalls fast wieder zu viele. Doch irgendwie schafft es die Band, den Schmelztiegel aus Black, Pagan, (Death)Doom und Epic in eine ziemlich interessante Reise zu formen, mit sauberen Übergängen, spannenden Ideen, einem Wechselspiel aus hart und sanft, schnell und langsam, schwer und locker leicht. In seinem Kern gleicht die Scheibe dabei eher einem filigranen Prog Rock-Album als einer Metal-Scheibe. Doch merkt man sofort, dass hier Metalheads am Werk sind, die ihre Gälischen Wurzeln in ein passendes Gewand zu kleiden versuchen und dabei viele kleine Akzente zu setzen. Seien es die verspielten Riffs, die proggig-groovigen Drums in den ruhigen Parts, Akustikgitarren oder der erwähnte epische Klargesang, hier gibts so viele geile Ideen zu entdecken, dass man sich gar nicht sattsehen kann. Das macht die Scheibe allerdings auch etwas schwer verdaulich, so dass ich ein paar Anläufe gebraucht habe, um richtig rein zu kommen. Ist man aber erstmal drin, bleibt nichts als staunen und genießen.

Corr Mhóna dürften mit ihrer doch recht eigenwilligen aber zutiefst atmosphärischen Mischung eine Nische im Pagan-Sektor besetzt halten, die ihnen so schnell keiner wird streitig machen können. Das zeigen die Iren auch auf ihrem zweite Opus „Abhainn„, der wieder fast eine Stunde lang die Genregrenzen ignoriert und alles in einen Topf schmeißt, was grade zum Thema passt. Sicher nicht für jeden was, aber ein sehr frischer Ansatz, der zu gefallen weiß.

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