Kimaera – The Harbringer of Doom

Kimaera - harbringer of doom

Mit Kimaera begeben wir uns heute mal wieder in ein mir völlig unbekanntes Gebiet was Metal angeht. Das liegt daran, dass die Band  aus dem Libanon stammt, dessen doch gut 50 Bands es noch nie auf meinen Radar schafften. Das änderte sich jetzt, als mir das immerhin schon dritte Album von Kimaera („The Harbringer of Doom“ von 2014) in die Hände fiel.

Das Label bewarb die Band seinerzeit als die Libanesischen Botschafter des Dooms und das kann man so auch getrost unterschreiben, denn im Kern ist Kimaera eine Doom Metal-Band, wenn auch keine klassische. Stattdessen mischen sie sich ihr eigenes Süppchen aus brachial-schwerem Death/Doom, nahöstlicher Folklore und dichten, atmosphärischen Parts zusammen, das zusammen wohl irgendwo zwischen Katatonia, Dimmu Borgir und Melechesh liegt. Die Musik ist oft schwer und zäh, besitzt aber einen doch ziemlich ordentlichen Groove und packende Rhythmen, die dem ganzen einen recht modernen Anstrich verleihen. Dazu gesellen sich Keyboard-Orchestrationen für etwas Epik, kraftvolle, voluminöse Growls und Folklore, die sich gerne auch mal dazu hinreißen lässt, das Tempo rauszunehmen. Da lässt es sich die Band dann auch nicht nehmen die Growls durch lieblichen weiblichen Klargesang zu ersetzen, bevor es in den nahtlos in eine verträumte, melancholische Sequenz übergeht. Auf Abwechslung und Überraschungen wird hier also wert gelegt und trotzdem schafft es die Band eine packende und dichte Atmosphäre zu erschaffen, die einem fast eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Dabei gelingt es der Truppe auch gleich die Schwere mit einer gewissen Leichtigkeit und Gemütlichkeit zu verbinden, sei es durch harmonische Melodien, die Keyboards oder kurze „Pausen“ mit Akustikgitarre, die sich zwischen den Death/Doom schleichen. Zu guter Letzt findet man auf der Scheibe mit „Lost Control“ noch ein kleines Anathema-Cover, das dann nochmal mit Pianos um die Ecke kommt und fast schon zu einem der Highlights der Scheibe gehört.

Wenn man atmosphärischen Death/Doom mag, dann kommt man hier auf seine Kosten und hat fast eine Stunde lang Spaß mit abwechslungsreichem aber tightem Songwriting, viel Melodik und nahöstlichem Charme. Kimaeras „The Harbringer of Doom“ ist vermutlich nicht die leichteste Kost der Metalwelt, aber gut verdaulich ist sie trotzdem. Also hört mal rein!

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