Troberoth – Fallen Angel

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Wird mal wieder Zeit für etwas Thrash, oder? Den gibts heute von Troberoth aus Costa Rica, die Anfang April ihr zweites Album („Fallen Angel„) veröffentlicht haben. 2009 gegründet hat es 5 Jahre bis zur ersten EP gedauert und weitere 5 bis zum ersten Album. Das Zweite ließ glücklicherweise nicht ganz so lang auf sich warten, scheinbar hat man sich nun eingegroovt.

Los geht die Scheibe allerdings bedenklich, zeigt sich doch im Intro eine Tendenz Richtung Nu Metal, die sich allerdings schon beim ersten richtigen Song legt. Stattdessen rauscht einem harscher, aggressiver Thrash entgegen, roh und ungebändigt. Die Riffs knallen voll drauf los, die Drums knüppeln dagegen und Sänger Edgar keift sich bissig und heiser die Seele aus dem Hals. Um den Hassbatzen etwas aufzulockern legt die Truppe viel Wert auf einen ausgeprägten Groove und rhythmische Parts, die sich immer wieder in die Songs schleichen und das rabiate Geriffe und Geholze etwas auflockern. Tempo- und Aggressionswechsel sowie immer mal wieder ein kleines Solo schafft Abwechslung im fast schon Slayer-schen Geschwindigkeitsreigen und hält den Hörer bei Laune. Dabei klingt die Band mal modern, mal nach „Reign in Blood“ und lässt in Songs wie „Thrash till We Die“ sogar ein paar Hardcore-Einflüsse durchschimmern (vorwiegend in den Vocals). Doch auch die etwas langsameren Songs sparen nicht an geilen Riffs, lassen hier und da sogar fast so etwas wie Melodien durchschimmern, bleibt dabei aber durchweg angepisst und ranzig. Die Produktion ist dabei überraschend gut. Natürlich wummern die Drums und die Riffs sägen ordentlich, aber trotzdem ist die Sache noch ziemlich differenziert und hätte sogar noch ein wenig ruppiger ausfallen können. Wer auf Hochglanzproduktionen abfährt, der ist hier allerdings trotzdem falsch. Wenn nicht, dann wird man hier über 45 Minuten sehr gut unterhalten, die Riffs sitzen, die Aggression ist da und sogar die Vocals switchen immer mal wieder vom Standardgekeife und heiserem Geröchel oder Hardcore-Shouts um den Laden frisch zu halten. Und bei „End of Reality“ gibts dann sogar noch etwas von dem groovigen Nu Metal, den das Intro angekündigt hat, allerdings auch noch harsch genug um nicht auf den Sack zu gehen.

Wenn man mal wieder Bock auf ruppigen, klassischen Thrash mit dem ein oder anderen modernen Sprenkler hat, dann kann man Troberoths „Fallen Angel“ ruhig mal anschmeißen. Die Jungs erfinden zwar das Thrash-Rad nicht neu, halten ihren Sound allerdings aggressiv und abwechslungsreich zugleich und setzen die ein oder andere überraschende Idee gekonnt um. Schönes Ding.

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