Nýr Gata – Luna Aeterna

Nyr gata - luna aeterna

Heute widmen wir uns mal wieder einer Band, die ich schon länger verfolge. Das Saarländische Projekt Nýr Gata, das ursprünglich als Sarghas‘ Soloprojekt an den Start ging, aber recht schnell um seinen Kumpel Nordmann erweitert wurde, hatte mich ja bereits mit seinem 2017er Debütalbum überzeugen können und liefern jetzt im September den Nachfolger namens „Luna Aeterna„.

Ihrem Stil bleibt die Band auf der neuen Scheibe größtenteils treu, erweitert den melodischen Mix aus Black und Death Metal allerdings immer wieder durch coole Nuancen, die mal an andere Bands aus dem Umfeld der Nahetal Klangschmiede erinnern, ihre Fühler aber auch mal in andere Richtungen ausstrecken. Die Produktion ist wie immer erste Sahne und so kommen die vielen coolen Riffs, die epischen Melodien, aber auch die aggressiven Segmente genauso zur Geltung wie der giftige Keifgesang und die schweren, tiefen Growls. Moderner Sound trifft auf ziemlich modernes Songwriting, das viel Wert auf eine fast schon postige Atmosphäre legt, die hier und da um eine leichte Pagan-Note erweitert wird und gelegentlich in sphärische Atmospheric Black-Parts abdriftet, die dann auch gerne mal durch düstere, ruhige Keyboards untermalt und unterbrochen werden. Das ergibt einen ziemlich spannenden und abwechslungsreichen Mix, der mal an Immorior, mal an Gernotshagen (hauptsächlich gesanglich) und mal ganz entfernt an alte Dimmu Borgir oder ähnliches erinnert. Gerade „Untergang“ hat einen schönen Pagan-Vibe, der im Refrain hinter dem ruppigen Riffing und den aggressiv-groovenden Drums hervorschielt während „Yin“ mehr die klassische Black Metal-Schiene bedient und Songs wie der Opener „Himmels Fall“ fast schon in die „künstlerisch wertvolle“/avant-garde-esque Sphäre von Bands wie Fjoergyn oder Nocte Obducta vordringt. So kriegt man auf den 40 Minuten fast mehr zu bieten als man in der Zeit verdauen kann, zumal die Musik sich oft ziemlich schnell und rabiat Zugang zum Gehörgang verschafft und wenig Zeit für Pausen lässt. Trotzdem schaffens die Jungs, das ganze in ordentlichen Bahnen zu halten, wodurch man sich trotz aller Einflüsse und weirden Kniffe in den Songs nie verloren fühlt.

Nýr Gata schaffen es auf ihrem zweiten Album sich noch ein ganz ordentliches Stück weiter zu entwickeln und zaubern ein 40-minütiges Epos, das Aggression mit Groove und melodischen Parts vereint und zu einem ziemlich interessanten Werk verschmelzen lässt, dass nur ganz selten mal etwas zu weit über die Stränge schlägt. „Luna Aeterna“ ist definitiv mehr als nur ein Ohr wert.

Links:

Bandcamp    Facebook    Metal-Archives    Nahetal Klangschmiede

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s