Utburd – Story of Frozen Souls

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Heute besuchen wir mal wieder Mütterchen Russland, wo das seit 2014 umtriebig arbeitende Ein-Mann-Projekt Utburd mit „Story of Frozen Souls“ kürzlich sein drittes Album veröffentlichte. Musikalisch wie thematisch bleibt sich das Projekt von Mastermind Tuor dabei treu und kreiert daraus ein Konzeptalbum über ein Schiff, das in einen arktischen Sturm gerät und deren Besatzung dort jämmerlich erfriert. So viel lese ich zumindest zwischen den Zeilen raus.

Schwer und schleppend startet die Scheibe und wird sich im Verlauf des Albums auch nicht groß beschleunigen. Stattdessen zelebriert der Russe trägen, atmosphärischen Black Metal, der sich melodisch und leicht chaotisch durch das Packeis schlägt. Die Riffs sind frostig, die Drums sorgen im Hintergrund für groovige Beats und alles wird überlagert von sphärischen Keyboards und den Vocals. Letztere schwanken konstant zwischen giftigem Röcheln, kratzigen Growls und melodischem Klargesang, je nach Stimmung des Stücks. Immer wieder lockert die Band die Musik auf, sei es durch eingestreute Melodien, atmosphärische Breaks oder Ambient-/Akustikparts, die die Atmosphäre der Scheibe noch etwas trister und trübseliger werden lassen. Dabei übernehmen dann auch die Keyboards eine zentrale Rolle, die sich aber auch in den Metalparts nur selten zurückziehen und so das bleibende Element bilden, dass die verschiedenen Aspekte des Albums verbinden. Doch zeigt sich die Band nicht nur abseits des Metals spannend, sondern lässt seine Songs immer wieder zu gewaltigen Monstern anschwellen, deren Gewalt von Riffs und Vocals getragen wird. Der schwere Black/Doom der Band wirkt dabei geradezu erdrückend. Doch auch da schleichen sich immer wieder Auflockerungen ein, die fast schon etwas in klassische, leicht punkige Black Metal-Regionen abdriften ohne den Sound zu sehr zu verwässern. Stattdessen liefern sie ein paar lockere Sekunden, die enorm dabei helfen von dem fast einstündigen Album nicht völlig erstickt zu werden.

Utburd liefert erneut ein äußerst interessantes Album voller Leid, erdrückender Schwere und Eiseskälte, das irgendwo zwischen Depressive und Atmospheric Black Metal sowie Doom Metal angesiedelt ist und so die Thematik der Scheibe in düsterster, kältester und erdrückendster Weise vertont. Dazu gesellen sich melancholische Interludes, ausufernde Ambient-Intros und überraschend viel Abwechslung, die man einem so trägen und sphärischen Album gar nicht zugemutet hätte. Damit ist „Story of Frozen Souls“ für alle eine Empfehlung, die ihren Black Metal episch und langsam genießen wollen.

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