Bodybag – Disobedience

Bodybag - disobedience

Nach Bodybags Debütalbum, sehe ich mich heute in der Pflicht auch das zweite Album der Giessener Modern Metaller vorzustellen. Musikalisch hat sich immerhin einiges getan, seit die Truppe 2008 mit „Curriculum Mortae“ ihr Debüt vorlegten. Außerdem stellt die Scheibe das letzte Album der Bandgeschichte dar, denn Bodybag lösten sich noch im nächsten Jahr (2014) auf.

War das Debüt noch im klassischen leicht melodischen Death Metal- und klassischem Metalcore-Gewand unterwegs, wirds auf Album Nummer zwei nochmal deutlich moderner. Bleibt der Grundtenor vielleicht in Ansätzen derselbe, wird der Sound durch pop-punkige Klargesänge, Alternative-Anleihen und sanfte Groove Metal-Passagen erweitert. Dass das dem ein oder anderen Metalfan sauer aufstoßen dürfte, ist vorprogrammiert, doch weiß die Scheibe zumindest offenherzige Metaller zu überzeugen. Interessante Rhythme treffen auf kraftvolle Stampfer und Brecher, die sich mit fetzigen Riffs die Klinke in die Hand geben. Die Melo-Death-Riffs bilden dabei überraschenderweise immer noch das Grundgerüst, auf welchem sich die anderen Einflüsse aufbauen. Hier etwas Metalcore-Geschrammel mit heiseren Shouts, da rockigere Momente mit Cleans, lediglich zu Nu Metal lässt man sich nicht hinreißen, sondern zeigt mit kurzen klassischen Death Metal-Anspielungen Flagge. Die Produktion der Scheibe ist dabei ziemlich solide, kraftvoll und differenziert, was den Instrumenten Raum zur Entfaltung gibt. Den nutzen sie und die beiden Sänger auch voll aus und liefern packendes Songwriting, dass mit Abwechslung um sich wirft ohne klare Strukturen zu vernachlässigen, sondern jeden Song zu einem in sich geschlossenen und energiegeladenen Hit zu machen. Gerade Songs wie das ziemlich rasante „Lest We Forget“ und das fast schon an 90er-jahre Metallica erinnernde „Inland Empire“ setzen sich dann nochmal ein gutes Stück vom Rest der Scheibe ab und sind wohl die Songs, die man als erstes anchecken sollte. Wenn die gefallen, dann wird man auch mit dem Rest der 40 Minuten gut warm werden und Spaß haben.

Modern Metal ist sicher nicht jedermanns Sache, doch schaffen es Bodybag auf „Disobedience“ die Moderne immer wieder mit etwas älteren Sachen zu verbinden. So gelingt es den Herren auch Leuten denen Metalcore und Melo Death eher weniger zusagt zu überzeugen und zumindest zeitweile für gute Laune und mitnicken zu sorgen. Wird sicher keins meiner Jahreshighlights sein, aber empfehlen kann ich den Silberling trotzdem reinen Gewissens.

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