Pure – Seeds of Despair

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Auch die heutige Band war auf meinem Blog bereits vertreten. Jetzt hat das Schweizer Ein-Mann-Projekt Pure mit „Seeds of Despair“ den Nachfolger zum bereits ziemlich geilen „J’aurais dû“ vorgelegt und erneut wurde ich förmlich weggeblasen.

Auch auf seinem neuen Album liefert das Projekt absolut großartigen Black Metal, der sich irgendwo zwischen rohem Geballer, atmosphärischer Tiefe und melodischer Epik bewegt und diese drei Welten zu einem extrem fesselnden und bewegenden Monument vereint. Klar werden hier die großen nordischen Bands, allen voran Darkthrone und Burzum, zitiert, doch liefert Pure sowohl das Songwriting als auch das spielerische Können, das andere nicht unbedingt aufweisen können. Die Band erzählt musikalische Geschichten, die dafür nicht mal Worte bräuchten, durch deren Einsatz aber noch um ein vielfaches ausgebaut werden. Während „Speak in Silence“ eine Hommage and räudigen Black Metal ist, der zeitweise ziemlich finsteren Dark Ambient und Anklänge von Noise durchklingen lässt und so zu einem echt schweren Brett heranschwillt, zeigen Songs wie der Opener „Into Darkness„, dass auch das Filigrane hier nicht zu kurz kommt, sondern sich in epischen Lead-Harmonien und etliche Details austoben kann. Dazu gesellen sich immer wieder postiges Wabern und Schwelgen wie im Intro von „Expressionless Eyes, Shattered Bones„, das der Atmosphäre mehr Tiefe verleiht, bevor sich wieder eisige Nacht um den Hörer hüllt. Immer wieder wechselt das Setting, frostige Kälte wechselt mit Verzweiflung, depressive Parts wandeln sich zu melodischen Brechern und trotzdem wirkt das Songwriting wie aus einem Guss. Das Songwriting sowie die Riffs sind einfach viel zu vereinnahmend und energiegeladen um sich ihnen entziehen zu können, die Übergänge fließend, jede Note trifft genau ins Schwarze. Was Pure hier in 45 Minuten vom Stapel lassen, weiß einfach von Sekunde eins and voll zu überzeugen.

Seeds of Despair“ zitiert gekonnt aus alten Tagen, schafft es aber aus dieser Steilvorlage sein eigenes Ding zu kreieren. Das Endergebnis ist nicht nur abwechslungsreich, sondern drückt einem seine Eiseskälte so charmant in den Gehörgang, dass man sich die den epischen Riffs, dem druckvollen Drumming und dem verhallten, garstigen Gekeife geradezu verlieren möchte. Wer auf Old School Black Metal der rohen und alten Schule steht, aber das gewisse Etwas an Mehrwert nicht missen will, der wird bei Pure erneut fündig. Absoluter Brecher und eines meiner Jahreshighlights.

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