Phreneticum – Der stille Zerfall

310-1

Phreneticum, die Band des Tages, wurde bereits 2015 gegründet und vereint in sich unter anderem zwei Mitglieder der Band Abigorum, deren Bandleader wiederum der Chef von Satanath Records ist. Nach 6 Jahren kommt die Truppe nun endlich mit ihrem ersten Album um die Ecke, das zugegebener Maßen bisweilen recht eigen daher kommt, aber schon allein wegen des großartigen Artworks Aufmerksamkeit verdient hat. Betitelt wurde das gute Stück als „Der stille Zerfall“ und erschien natürlich auf Satanath Records.

Das Artwork passt übrigens auch perfekt zur Musik, die das hier noch als Duo agierende Projekt hier gezaubert hat. Musikalisch gehts nämlich in eine düstere, melodische und verträumte Black Metal-Richtung. Irgendwo klingt das ganze dann ziemlich erhaben, dann wieder filigran und zerbrechlich und zwischendurch wirds auch mal obskur und schräg oder lässt etwas Old School-Finsternis durchschimmern. Dazu schwingt immer eine gewisse Monotonie mit, was vor allem an der Einfachheit der Riffs und den repetitiven Strukturen liegt. Immer wieder schwankt die Band zwischen harscherem, düsteren Black Metal, ein paar sanfteren Parts und gediegenerem Dahinsiechen. Hier und da werden dann noch ein paar epische Keyboard-Elemente unter gelegt, die mit leichtem Ambient und Klirren die Lücken füllen und das Album noch träger und gewaltiger anmuten lassen. Gesanglich beschränkt man sich dabei auf klassische Screams, krächzend und kratzend, die die Leichenfresse gekonnt an den Mann bringen kann. Damit halten die Herren die Scheibe zunächst ziemlich atmosphärisch und packend, es ist grade genug Abwechslung drin um nicht langweilig zu werden, bleibt an sich aber seiner recht monotonen Spielweise treu, wenn auch zwischen grimmig und melodisch immer mal geswitcht wird. Dann kommt der finale Song „Das Grab“ um die Ecke und reißt die Mauern wieder ein. 11 Minuten lang kriegt man hier dasselbe Riffs vor den Latz geknallt, zwischendurch aufgelockert von Ambient-Passagen und verzerrten Samples, in denen ein Kind von einem Alptraum erzählt, in welchem es nachts im Bett von einer Katze geschmust wurde… ja gut… gibt wohl auch Menschen mit Ailurophobie, im Gesamtbild aber doch eher den obskureren Geschmack bedienen dürfte.

Ansonsten kann das 40-minütige Album doomiger Schwärze allerdings voll überzeugen und zieht einen mit seinem hypnotischen Riffing, der tiefschwarzen Atmosphäre und Soundwand in seinen Bann. Phreneticum sind hier vermutlich noch nicht am Zenit ihres musikalischen Schaffens angelangt, liefern mit „Der stille Zerfall“ aber schonmal ein sehr ordentliches erstes Lebenszeichen.

Links:

Facebook    Homepage    Metal-Archives    SoundCloud

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s