Abigorum – Vergessene Stille

Abigorum - vergessene Stille

Nachdem ja immer wieder Bands aus dem Satanath Records-Kosmos hier vorgestellt werden, wird es langsam mal Zeit sich der zentralen Figur des Ganzen zu widmen. Dementsprechend schauen wir uns heute mal das Soloprojekt von Bandchef Aleksey an, das unter dem Namen Abigorum läuft und vor einiger Zeit zum Trio und mittlerweile zum Duo mutiert ist. Zweiter Mann sowie Sänger, Gitarrist und Basser in Personalunion ist Tino Thiele, den man vielleicht noch von Bands wie Wulfgar oder den kürzlich vorgestellten Phreneticum kennen könnte. Mit „Vergessene Stille“ veröffentlichten die zwei Herren nun das zweite Album der Band, die 2012 etwa zeitgleich mit dem Label ins Leben gerufen wurde.

Musikalisch erinnert das gezeigte ziemlich stark an bereits erwähnte Phreneticum, zeigt sich aber doch gerne mal etwas eigen. Zelebriert wird hier schleppender, träger und doomiger Black Metal der ranzigen und rumpelnden Sorte, der mit großzügig eingestreuten Ambient-Parts und -Einflüssen noch mehr an Tempo und Aggression einbüßt, dafür an Atmosphäre zulegt und zu einem langsam wabernden Batzen Düsterkeit heranwächst. Die Riffs zeigen sich dabei monoton und langgezogen während die Drums einen einfachen Grundbeat dazu basteln und die Keyboards das Ganze mit sphärischen Klängen unterlegen. Dazu gesellt sich Tinos Röcheln und Krächzen, das ans erste Fäulnis-Demo erinnern mag, eine ruppige Produktion mit Störgeräuschen und Knistern und fertig ist der Sound von Abigorum. Dass die Songs dann auch noch alle in absoluter Überlänge von bis zu 11 Minuten Spielzeit daher kommen, ändert am Hörvergnügen tatsächlich wenig. Entweder man wird vom rotzigen, atmosphärischen Sound des Black/Doom-Gebräus eingefangen, oder man langweilt sich 40 Minuten lang. Als Überraschungsmoment dienen hier lediglich die Lyrics, die in Deutsch gehalten wurden, sich aber ansonsten auch ziemlich einheitlich in das Album einfügen. Kurzum, wer auf schleppende Monotonie steht, der wird hier voll bedient.

Abigorum zeigen auf ihrem zweiten Album, dass monotones Gerumpel in Zeitlupe tatsächlich geil sein kann, selbst dann, wenn durch lange Ambient-Passagen noch mehr Tempo rausgenommen wird. Dafür bekommt man allerdings ein düsteres, atmosphärisch dichtes und bisweilen lethargisches Album, das irgendwie zu fesseln weiß. „Vergessene Stille“ ist da tatsächlich ein passenderer Name, als man im Vorfeld vielleicht vermutet hätte. Schönes Ding!

Links:

Bandcamp    Facebook    Instagram    Metal-Archives    VKontakte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s