Nekus – Death Nova upon the Barren Harvest

cover

Es ist mal wieder Zeit für räudiges Gekloppe, da kommen mir die Marburger von Nekus und ihre Debüt-EP „Death Nova upon the Barren Harvest“ von 2020 gerade recht. Die Musiker hinter dem Projekt kennt man vielleicht von Bands wie Ruinen oder Into Coffin und seit dem Drummerwechsel auch GoatKing, wobei Nekus am ehesten von Into Coffin beeinflusst sein dürfte.

Auf der ersten EP der Hessen bekommt man gleich mal vier Songs auf die Lauscher, die sich über immerhin 27 Minuten erstrecken, was nicht zuletzt am 10-minütigen Rausschmeißer „Dagger of the Corrupter“ liegen dürfte. Wer hier jetzt allerdings abwechslungsreiche Musik erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Stattdessen füllt das Trio die halbe Stunde mit ranzigem, rumpelnden Death Metal, der durch Black Metal, Doom Metal und Sludge-Einflüsse nochmal grantiger, versiffter und dreckiger ausfällt als ohnehin schon. Die Drums poltern und wummern in voller Pracht, die Gitarren schleppen sich durch die Songs, liefern mal walzende Death-Metal-Riffs, mal schwer wabernde Atmosphären, der Bass produziert hauptsächlich Unbehagen auslösendes Dröhnen und über alles legt sich das manische Geschrei, Gejammer und Gegrunze des Sängers. Hörvergnügen will sich da nicht so recht breit machen, ist aber auch nicht das Ziel dieser Scheibe. Die Platte will den Finger in die Wunde legen und sich darin suhlen und bohren bis der Hörer nicht mehr kann. Räudig, ranzig und urtümlich wird hier alles über Bord geschmissen, was gute Laune verbreiten kann um stattdessen eine abschreckende und bedrückende Atmosphäre herauf zu beschwören, die einen durch ihren Wahnsinn und Schwärze vereinnahmt.

Klar, man könnte die Musik von Nekus als stumpf abstempeln, das würde ihr allerdings nicht so ganz gerecht werden. Das ist schon ziemlich durchdacht, was die Jungs da fabrizieren, auch wenn es auf Störgeräuschen, ranziger Produktion und räudiger Aufmachung besteht. Trotzdem hört man sofort, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen und auch Songwriting beherrschen, denn immer wieder sind minimale Twists drin, die den Death-Sludge-was auch immer-Mix interessant halten. So kann man sich eine halbe Stunde im Dreck suhlen ohne sich zu langweilen. Wer auf Gerumpel steht, der wird mit „Death Nova upon the Barren Harvest“ sicher glücklich!

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