Nordic Throne – Fimbulwinter

Nordic Throne - Fimbulwinter

Viking Metal. Wenige Genres sind so umstritten wie das von Bands wie Windir und Bathory begründete Genre rund um nordische Folklore und Black Metal. Für die einen ist es eine existierende musikalische Stilrichtung, die sich hauptsächlich an den beiden genannten Bands orientiert, für andere ist es nur eine lose Ansammlung verschiedenster Bands, die sich in den Texten mit der nordischen Mythologie beschäftigen, wofür dann meist Amon Amarth als Totschlagargument ausgepackt werden. Als Anhänger ersterer Definition stehe ich Bands wie Nordic Throne erstmal misstrauisch gegenüber, auch wenn der Melo Death der Hessen sich durchaus hören lassen kann. Wer allerdings klassischen Viking Metal sucht, der wird ihn auf der Debüt-EP „Fimbulwinter“ nicht finden.

Statt an Bathory und Konsorten orientieren sich Nordic Throne nämlich mehr am Melodic Death und Folk Metal der Nuller Jahre ohne jedoch auf „folkige“ Instrumente wie Flöten, Dudelsäcke oder ähnliches zu verwenden. Das geht dann mal in Richtung Ensiferum, mal mehr zu Amon Amarth und ein wenig Månegarm schwingt hier und da auch noch mit. Da kommt man nicht umhin immer wieder Riffs und Melodien zu finden, die einem fast schon verdächtig bekannt vorkommen. Trotzdem machen die Songs ordentlich Bock, „The Shadow of My Dying Self“ avanciert schnell zum geheimen Favoriten der Scheibe, „The Oath“ etabliert kurz vor Ende noch schnell „hey hey“-Chöre bevor das abschließende „Tavern Terror“ dem Folk Metal-Klischee gerecht werdenden Sauf-Song darstellt. Abseits der Ethanol-Romantik bieten die Songs allerdings kraftvolle Riffs, die schön energiegeladen nach vorne drücken und ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Die Drums grooven auch ordentlich, liefern einfache aber packende Rhythmen während sich der Bass mehr and den Gitarren orientiert und denen etwas mehr Bumms mitgibt, wenn diese sich nicht gerade in epischen Leadmelodien ergießen. Das Gebräu hat vom Energielevel fast schon Thrash-Niveau, hält sich bei Riffing aber doch mehr ans melodische und Death Metal-orientierte, in das sich vor allem im Refrain jede Menge folkige Melodien einschleichen und das Zepter an sich reißen. Gesanglich bedient man sich ebenfalls an der Genre-Norm und kombiniert recht gut verständliche Growls mit bissigem Gekeife, melodischem Gegröle und besagten Lagerfeuer-Chören. Innovation findet man an dieser Stelle zwar nicht, allerdings ist der Gesang mit Power bei der Sache und auch technisch kann man nicht klagen. Das gilt genauso auch für die Instrumente, weswegen ich der Band einfach mal unterstellen möchte, dass sie auf ihrer ersten EP erstmal auf Nummer Sicher gehen wollten und auf zuküftigen Releases mehr auf eigene Ideen und einen eigenen Sound setzen werden.

Die 20 Minuten Spielzeit der ersten CD von Nordic Throne machen zwar durchgängig Spaß, gehört hat man die Riffs, Melodien und Ideen aber schon vor 15 Jahren zu Hauf. Kompetenz und Spielfreude können da zwar nicht hinwegtäuschen, sorgen aber dafür, dass die Musik der Jungs trotzdem fetzt und live sicher auch sauber ins Ohr geht. Der ein oder andere Refrain schafft es dann sogar sich etwas länger im Ohr fest zu setzen (allen voran „The Shadow of My Dying Self„), Genre-Fans dürften also trotzdem ihren Spaß haben. „Fimbulwinter“ ist jetzt aber wirklich keine EP, die man im Schrank stehen haben muss, Potential hat die Truppe aber allemal und ich prophezeie jetzt einfach mal, dass die Herrschaften noch den ein oder anderen Hit in petto haben.

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