Eurago Arktur – The Maze of Faith

Eurago Arktur - The Maze of Faith

Progressive Metal ist jetzt nicht unbedingt mein Spezialgebiet, das Gefrickel gibt mir dafür meist einfach zu wenig. Umso überraschter war ich dann, als mir das Debüt-Album der Bremerhavener Truppe Eurago Arktur zu Ohren kam. Hinter diesem Projekt stecken unter anderem Mitglieder von Bands wie Symptoms of Decay oder Megiddo/Morbid Tales und man hört der Band auch an, dass die Hintermänner schon geraume Zeit im Geschäft sind. Diese Erfahrung konnten die Jungs jetzt vor Kurzem auf ihrem Debütalbum „The Maze of Faith“ zur Schau stellen.

Wer hier leichte Kost erwartet, der ist schief gewickelt, geht das musikalische Schaffen doch ein gutes Stück in Richtung Between the Buried and Me, nur nicht ganz so random zusammen gewürfelt. Stattdessen lassen die Jungs noch einen roten Faden durchschimmern, auch wenn der Mix aus Progressive Metal, Jazz und Djent äußerst sperrig und vielschichtig daher kommt. Hier ist der Albumtitel Programm, denn im Sound der Band kann man sich wirklich verlaufen. Im einen Moment wabern einem schöne, melodische Metal-Klänge mit Klargesang entgegen, im nächsten bricht sich wilder Djent Bahn und hüpft hin und her wie ein Duracell-Häschen auf Speed, kurz darauf folgt ein kurzes Stück in dem Industrial-Vibes mitklingen bevor dann jazzige Komplexität übernimmt oder man ein kurzes, ruhiges Intermezzo einschiebt. An Abwechslung kann es hier also auf keinen Fall mangeln, fast sekündlich schieben sich neue Einflüsse in den Vordergrund, das Riffing wechselt, oder der Song geht plötzlich in eine ganz andere Richtung. Das kann schnell sehr anstrengend werden, gerade wenn es um Songs geht, die gerne mal über die 8 Minutenmarke hinaus gehen. Eurago Artkur schaffen es aber irgendwie ihre Einflüsse und Ideen gerade so zusammen zu würfeln, dass am Ende trotzdem ein halbwegs linearer Song rauskommt, dem man durchaus folgen kann, wenn man aufpasst. Dabei sorgen gerade die eingestreuten melodische Parts für Hörspaß, nicht zuletzt aufgrund des sehr soliden Klargesangs. Ansonsten ist wohl für jeden Prog-Fan irgendwo was dabei, egal ob man auf Gefrickel-Volldröhnung, sprunghafte Strukturen oder Jazz-Anwandlungen steht.

Auch wenn ich mit Prog wenig anfangen kann, so konnte mich das Debüt von Eurago Arktur trotzdem abholen. Das für mich chaotische hin- und herswitchen hat mich zwar genauso kalt gelassen wie das technisch sicher anspruchsvolle Gitarrengefrickel, aber das Songwriting der Truppe, sowie die kleinen Gimmicks und interessanten Einflüsse und Ideen konnten mich dann doch vor den Lautsprecher locken. Technisch einwandfrei und trotz der Komplexität teilweise eingängig bietet einem „The Maze of Faith“ das volle Programm und sollte Genre-Fans mehr als nur zufrieden stellen. Interessente Scheibe!

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