Graveyard of Souls – Infinity Equal Zero

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Leichen verbuddeln lautet heute die Devise, dementsprechend wird es Zeit für ein wenig Death/Doom Metal. Aus Spanien melden sich hierzu die zwei Herren von Graveyard of Souls, die seit der Bandgründung 2012 dieses Jahr mit „Infinity Equal Zero“ ihr siebtes Album veröffentlicht haben. Daneben sind die zwei auch noch in zahlreichen anderen Bands vertreten, ein Wunder, dass die Herren für dieses Projekt überhaupt noch Zeit haben. Umso erstaunlicher ist da die Qualität der neuen Scheibe, die heute hier vorgestellt werden soll.

Bei dem Feuerwerk, das hier abgefeuert wird, kann man sich ja eigentlich nur wohl fühlen. Die Grundpfeiler des Bandsounds stellt dabei melodischer Death/Doom, die sich zwar gemächlich, dafür aber mit viel Gefühl, schweren Vocals und leichten Riffs voran schleppt. Schweres, träges Drumming drückt die Songs langsam nach vorne, leicht verhallte Growls sorgen für Aggression und Wildheit während sich die Riffs dadurch nicht einschüchtern lassen, sondern einen sehr melodischen Pfad einschlagen und diesen auch beibehalten. Das erinnert dann gerne mal an sehr langsam gespielten Melodic Death Metal, kann aber weit mehr als das. Zum einen werden immer wieder Keyboards im Hintergrund eingestreut um dem Sound mehr Tiefe zu verleihen und Lücken zu schließen, zum anderen sorgen die Herren durch lockeres, rockiges Songwriting dafür, dass die Scheibe spannend und interessant bleibt. Hier und da gesellen sich auch Momente dazu, die leicht an Black Metal erinnern und die Atmosphäre ein klein wenig abkühlen lassen. Den überwiegenden Teil der Scheibe bleibt die Musik allerdings verführerisch warm und einladend, mit einem Hauch Melancholie hier und da. Klar ist es auch ein Stück weit düster, wie sich das für Doom Metal gehört, aber wirklich monumental oder bedrohlich geht es hier nicht zu, dafür bleiben die Riffs konstant auf hohem Niveau, steigern sich von einem Höhepunkt zum nächsten und vereinnahmen fast das ganze Album für sich und ihre Melodien. Hier und da erinnert das dann schon ein wenig an die Ausschweifungen, die so manches „epische“ Heavy Metal-Album zu bieten hat, wenn auch härter und grimmiger. Trotzdem bleiben die gut 50 Minuten der Scheibe so herrlich frisch, fesselnd und unterhaltsam.

Moderner Doom Metal trifft auf Melodic Death Metal, das scheint hier das große Thema zu sein. Graveyard of Souls schaffen es dabei spielerisch den Mix spannend und fesselnd zu halten, streuen hier und da Rock und Heavy Metal-Einflüsse ein und lassen auch mal das Keyboard im Hintergrund wirken. Dementsprechend mangelt es „Infinity Equal Zero“ auch nicht an Tiefe, sondern schafft es extrem gut eine düstere aber doch durchaus nachdenkliche und fast schon positive Stimmung zu erzeugen und im Laufe der Scheibe noch weiter zu intensivieren. Insofern kann man das Album eigentlich nur empfehlen. Echt hübsch!

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