Futureshock – Futureshock

cover

Auf gehts zu den Masters of Cassel, bzw einer der Bands, die dieses Jahr auf dem Sampler zum Festival vertreten waren. Futureshock heißt die Truppe und gründete sich 2017 aus Mitgliedern verschiedener lokaler Bands, die meisten davon mittlerweile aufgelöst. Nach einer ersten Promo-Single folgte 2020 dann das selbstbetitelte Demo-Tape auf dem bandeigenen(?) Death by Deplodocus Records. Schon allein aufgrund des Namens des Labels hat es hier eine Erwähnung verdient, doch schauen wir mal, was der Heavy Metal der Truppe so zu bieten hat.

Schon bei den ersten Tönen des Tapes weiß man genau wohin die Reise geht. Back to the Future lautet das Motto, denn wir begeben uns zurück in die frühen 80er, den Aufstieg des NWOBHM und die Glanzzeit des traditionellen Heavy Metal. Bedient wird sich gnadenlos bei den üblichen Verdächtigen und moderne Einflüsse sucht man vergebens. Dass die Jungs allesamt Banderfahrung haben, hört man sofort raus und nachdem die Bandgründer zuvor in einer 80s Metal-Coverband gespielt haben, dürfte die stilistische Ausrichtung und die Nähe zu Iron Maiden, W.A.S.P. und Konsorten sicher erklären. Das braucht vermutlich einfach noch ein Weilchen um das ein Stück weit aus dem Blut zu spülen und Platz für eigene Ideen zu schaffen. Geile Riffs und eingängige Hooks kriegen die Herren aber locker hin, so dass das Demo zu einem sehr kurzweiligen und spaßigen Zeitvertreib wird. Dazu klingt das Demo allerdings auch wie ein Demo aus den 80ern hätte klingen können, wenn man sie mit moderner „Lo-Fi-Technik“ aufgenommen hätte. Die Drums rumpeln im Hintergrund ordentlich vor sich hin, den Gitarren fehlt es an Power und die Vocals haben auch so gut wie keinen Bumms hinter. Da sitzt aber auch wieder zwischen den Stühlen, denn für die volle Ladung Nostalgie klingt die Sache zu modern, für moderne Verhältnisse aber doch zu altbacken. Trotzdem versprüht die Sache einen gewissen Charme, dem ich mich irgendwie nicht entziehen kann. Könnte natürlich daran liegen, dass die amateurhafte Herangehensweise sofort sympathisch ist. Der Klargesang zwar voller Passion für die Sache aber immer wieder doch mehr schief als gerade daher kommt und die mehrstimmigen Parts das nicht unbedingt verbessern können, den Sound habe ich grade schon erwähnt und insgesamt klingt das Demo so, als hätte sich ein paar Kumpels am Wochenende auf ein paar Bier getroffen und irgendwann einfach die Instrumente in die Hand genommen und vor sich hin gerockt. So muss es gewesen sein und genau das ist es auch, was das Demo für mich zu einer Empfehlung macht. Es muss nicht alles perfekt sein im Leben, für ein gutes Stück Musik reicht es manchmal aus, voller Spielfreude und Energie einfach mal drauf los zu spielen und wenn man da zufällig (oder absichtlich) die richtigen Knöpfe drückt, dann singt der Hörer den Refrain von „Howling Winds“ trotzdem voller Inbrunst mit und ist 25 Minuten lang bestens unterhalten.

Zugegeben, das Demo von Futureshock ist keine Offenbarung, man kriegt keine neuen Ideen mit und die alten Ideen werden auch mehr rumpelig als recht eingedroschen. Was die Jungs allerdings beherrschen, ist ihre Spielfreude so gekonnt nach außen zu tragen, dass sich trotz mauem Sound ein fettes Grinsen auf dem Gesicht des Hörers abzeichnet und dieser sofort mitgerissen wird. Jeder der vier Songs knallt dabei voller Wucht rein und machen einfach ordentlich Bock. Hier passt einfach alles zusammen, auf seine eigene komische Weise. Absolut empfehlenswertes Ding!

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