Gexerott – Hallucinetic Violet Ignition

pag 1 and others - Gexerott art Boocklet - Havigni- 2021

Wird mal wieder Zeit für Black Metal, diesmal allerdings von der etwas langsameren Sorte. Der stammt von der Kolumbianischen Black/Doom-Kapelle Gexerott, einer Band, die bereits seit 2003 aktiv ist, allerdings einen Albumrhythmus hat, der noch ein gutes Stück träger ist als ihre Musik. Gerade einmal drei Alben haben die Jungs in fast 20 Jahren Bandgeschichte veröffentlicht, das Aktuellste („Hallucinetic Violet Ignition„) erschien dabei erst Anfang dieses Jahres.

Zugegeben, was die Herren da musikalisch vom Stapel lassen ist alles andere als schwerfällig. Stattdessen machen Songs wie der Titelsong mit ordentlich-dissonantem Riff-Feuerwerk und schnellem Drumming ordentlich Feuer. Im weiteren Verlauf schleichen sich aber doch immer mehr Doom Metal-Einflüsse in den Mix und lassen die Scheibe zeitweise zu einem pechschwarz wabernden Etwas mutieren bevor es wieder schwungvoller nach vorne geht. Songs wie „EgoKinesis“ schlagen dann komplett in die Doom-Kerbe, träge, melodisch und mit erhabenem Klargesang. Immer mal wieder wird das Album durch ruhige Passagen aufgelockert wie im sphärisch-mystisch und psychedelischen „Threshold of Crystal Maze„, was dem ganzen nochmal eine ganz neue Richtung mit gibt. Auch schaffen kurze Interludes immer wieder etwas Auflockerung und tragen doch maßgeblich dazu bei, die düstere, spirituelle Atmosphäre zu verdichten. Das Album schafft es auf eine ziemlich geniale Weise sich von einem aggressiven Black Metal brocken zu einem nachdenklichen und schwelgenden Doom Metal-Album zu entwickeln und im finalen Song den Bogen wieder zurück zu schlagen. Es entwickelt sich über die kompletten 40 Minuten zu einem immer intensiver und facettenreicher werdenden Biest, dessen Fängen man sich nicht so leicht entreißen kann.

Gexerott lassen sich vielleicht sehr viel Zeit, wenn es darum geht Alben zu schreiben. Die Zeit ist allerdings gut investiert, sonst wäre „Hallucinetic Violet Ignition“ vermutlich nicht das Album geworden, das es jetzt ist. Langsam bauen sich immer mehr Schichten zu einem großen Ganzen auf, jeder Song folgt dem roten Faden des Albums und hat doch sein ganz eigenes Gesicht, die 40 Minuten vergehen so wie im Flug. Dazu wird man von den Songs immer wieder regelrecht gefangen genommen, weil ein Riff, Melodiebogen oder Twist einen überrascht und fasziniert. Von harsch bis handzahm ist hier alles dabei und fügt sich nahtlos zu einem absoluten Brecher von Album zusammen. Geiles Ding!

Links:

Bandcamp    Facebook    Instagram    Metal-Archives

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s