Morticula Rex – Autumnal Rites

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Nach den eher ruhigeren Tönen des letzten Reviews, werden heute wieder schwerere Geschütze aufgefahren. Morticula Rex heißt die 2018 auf Sizilien gegründete Band, die dieses Jahr mit „Autumnal Rites“ ihr bereits zweites Album vorlegt. Hinter dem Projekt steht ein Italienischer Musiker, der sich aus irgendwelchen Gründen unter dem Decknamen A. Wehrmacht agiert und seit 2019 von seinem Mitstreiter Pavor Nocturnus unterstützt wird. Nach dem noch als Soloprojekt veröffentlichten Debüt, ist das neue Album nun als Duo entstanden, aufgenommen und veröffentlicht worden.

Musikalisch lehnen sich die beiden Herren ganz schön weit aus dem Fenster und versuchen musikalisch Einflüsse von Black Sabbath, Celtic Frost und Candlemass in ihrem ganz eigenen Verständnis von Death/Doom zu vereinen. Das gelingt den Herren soweit auch ganz gut, wenn auch das Endergebnis noch ziemlich stark im Old School-Death/Doom der 90er zu verorten ist. Schwere, träge Riffs treffen auf massive Growls und solides, wenn auch zu steriles Drumming. Dafür halten die Herren ihre Musik durch sehr abwechslungsreiches Songwriting frisch, das immer wieder aus dem Trott ausbricht. Immer wieder lockern frische Soli das Bild auf, einige Gothic-Einflüsse sorgen für eine düster-romantische Stimmung und Akustik-Momente sorgen für einen Hauch Ruhe. Dabei sind diese kleinen Ideen nur Einsprengsel, die hier und da auftauchen, lenken also nicht allzu sehr vom zentralen Bandsound ab und geben so dem schweren, alles erdrückenden Death/Doom der Jungs ordentlich Raum seine Macht zu entfalten. Lediglich die Gothic-Schiene drängt sich etwas zentraler ins Gesamtbild und bleibt von den vielen Details am stärksten im Gedächtnis. Nicht zuletzt, weil die Growls hier durch schweren, tiefen Klargesang ausgetauscht werden und Keyboards im Hintergrund für eine düstere Stimmung sorgen.

Wem mal wieder der Sinn nach einem Mix aus Gothic-Einflüssen und klassischem Death/Doom steht, der macht mit Morticula Rex nix verkehrt. Deren neues Album „Autumnal Rites“ bietet genau was der Titel verspricht. Düster, schwer und herbstlich stürmisch rollt eine Dampfwalze über einen hinweg, die es sich allerdings nicht nehmen lässt am Wegesrand Rast einzulegen und für einige Auflockerungen zu sorgen. Noch dazu zeigt sich die Scheibe mit etwas mehr als 30 Minuten als relativ kurz und dadurch gut verdaulich. Kann man also kaum was verkehrt machen, wenn nur die Drums ein wenig organischer daher kämen. Ansonsten ein echt schönes und kraftvolles Teil.

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