Sylvatica – Ashes and Snow

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Bezauberndes Artwork wird ja bekanntlich meistens auch von guter Musik begleitet. Wer viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt, dem scheint ja seine Kunst im ganzen auch am Herzen zu liegen. Dementsprechend griffen Sylvatica aus Dänemark bei ihrem zweiten Album „Ashes and Snow“ zum französischen 3mmi Design, aus deren Tinte auch das Cover des aktuellen Gernotshagen-Albums stammt. Auch die Musiker hinter der Band sind keine Unbekannten, spielen doch viele von ihnen auch in Bands wie Horned Almighty. Trotzdem erschien 2014 das zunächst letzte Album der 2009 gegründeten Band bevor 2021 endlich der Nachfolger in die Regale kam. Hoffentlich hat sich das Warten gelohnt!

Zunächst mal kann man über den Sound der neuen Scheibe nicht klagen. Glasklar drückt einem die Musik entgegen, Ecken und Kanten gibt es so gut wie keine, trotzdem klingt das Teil nicht zu steril. Auch musikalisch zeigt man sich geschliffen und zahm. Folkig angehaucht geht der sehr melodische Death Metal der Dänen von Song zu Song immer mehr in eine epische Richtung und erinnert damit nicht nur ein wenig an Equilibrium zu „Erdentempel„-Zeiten, allerdings ohne Klamauk. Stattdessen bekommt man modernen, direkten Melodic Death Metal auf die Lauscher, der mit ordentlich Energie nach vorne geht und sich immer mal wieder in ganz großen Lead-Gitarren-Arrangements verliert, meist aber die Keyboards für die Epik sorgen lässt. Riffs und Vocals bleiben dabei allerdings immer das zentrale Element im Bandsound, so dass man neben kraftvollen Riffs auch in den vollen Genuss von melodischem Gegrowle kommt. Im Hintergrund sorgen die Drums noch für ordentlich Action und setzen einige rhythmische Highlights, haben aber hier und da mit dem zu sterilen Sound zu kämpfen, der sie immer mal wieder etwas blechern und künstlich klingen lässt. Die Stärke der Band liegt also in erster Linie in den Melodien, die sie gekonnt zum Besten geben und ohne Ecken und Kanten im Songwriting präsentieren. Wirkliche Höhepunkte hat das Album dabei nicht zu bieten, bleiben die Songs doch allesamt auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Packende Riffs, epische Aufbauten und mitreißendes Keifen findet man in jedem der 7 Songs und auch das Songwriting bleibt spannend. Mal fokussiert man sich mehr auf die Epik, dann gehts ein wenig mehr in Richtung Wintersun bevor man die Brücke zu Landsleuten wie Svartsot oder Vanir schlägt. Langeweile kommt hier also nicht auf, sofern man auf fast schon radiofreundlichen Melo Death steht.

Mit Sylvatica traut sich mal wieder eine Band an folkigen Melodic Death Metal, der mal nicht in Richtung Eluveitie geht. Stattdessen geht man energetisch und positiv gestimmt nach vorne und lässt rasante Riffs und große Melodien für sich sprechen. „Ashes and Snow“ dürfte vermutlich bei vielen Fans von Melo Death, Folk und Pagan-Geschichten auf Anklang stoßen, immerhin kann es durch packendes Songwriting und Eingängigkeit überzeugen. Für mich ist es vielleicht ein wenig zu poliert und clean, aber ich kann trotzdem nicht bestreiten, dass ich gehörig Spaß mit der Scheibe hatte. Reinhören lohnt sich also!

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