Demonized Priest – Necromantic Rituals

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Heute gehts zur Abwechslung mal nach Chile, denn auch in diesem südamerikanischen Land sind einige geile Metal-Bands beheimatet. Eine davon ist die 2017 gestartete Band Demonized Priest. Anfangs noch das Soloprojekt von Mastermind Baal, the Unhuman, entwickelte sich daraus nach der ersten EP eine vollwertige Band. Mit diesem erweiterten Lineup wurde das erste vollwertige Album aufgenommen und im April 2021 veröffentlicht. Passend zum Bandnamen dreht sich auf „Necromantic Rituals“ natürlich alles um Dämonen, Hexerei und schwarze Riten.

Musikalisch wird das ganze aber nicht in klassischen Black Metal gekleidet. Stattdessen rockt die Band motörheadschen Speed Metal der rumpeligen Schule runter, der mit Black Metal-Einflüssen lediglich noch ein Stück dreckiger gemacht wird. Dabei bewegt man sich immer wieder weg von purem Motörhead-Worship, sondern klingt auch immer mal wieder nach Bands wie Stallion und viele Parts erinnern mich stark an die deutsche Band Thargos, falls die noch wer kennt. Dazu mischen sich leichte Anklänge von Darkthrone’s moderneren Sachen, die aber weniger ins Gewicht fallen. Dementsprechend dominiert punkiges, direktes und schnelles Riffing, ordentlich rumpelnde, stumpfe Drums und garstiges, schiefes Gekeife und Gegrunze. Alles wirkt etwas unrund, schief und wild, das tut dem Charme der Scheibe jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil, es sorgt für das richtige Setting um die düsteren, dämonischen und bedrohlichen Themen mit ordentlich Wumms rüber zu bringen. In gewisser Weise klingt die Scheibe dabei wie ein Medley aus dem Deathgasm-Soundtrack. Für ne halbe Stunde hat man hier ordentlich Spaß, die Jungs gehen mit viel Energie nach vorne, zeigen sich zwar zielstrebig aber hier und da auch verspielt und gerade die Vocals liefern doch einiges an Abwechslung. Mal spitze Schreie ausstoßend, mal garstig röchelnd, mal bissig keifend kommt hier wohl jeder auf seine Kosten. Dem ganzen zuträglich ist natürlich auch die Produktion, die genauso roh und unpoliert daher kommt wie die Musik. Da kommt richtiges 80s-Feeling auf.

Wenn mal wieder Bedarf nach neuen „Dirty Speed Metal“ besteht, dann sollte man vielleicht mal zu Demonized Priest greifen. Die Jungs gehen zwar leicht in die Richtung, die die ganzen Motörhead-Kopien beschreiten, bleiben aber deutlich näher an klassischem Speed und Heavy Metal hängen. Trotzdem verstreuen die Herren ordentlich was an Energie und Rotzigkeit, dazu geile Riffs und interessante Vocals. Fans der ersten Welle Black Metal dürften hier also durchaus auch was für sich entdecken. „Necromantic Rituals“ bietet also Stoff für ein breites Spektrum an Personen. Einfach mal anchecken!

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