Sterbefall – Verlorene Zeit

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Verbleiben wir doch erstmal bei komischem Deutsch und widmen uns den Russen von Sterbefall. 2012 gegründet haben die Herren bislang 4 Alben veröffentlicht, dazu eine EP und eine Single. Das Ganze bewältigte die Band mit konstantem Lineup, so taten sich die vier Musiker auf für ihr aktuellstes Werk zusammen, wodurch sie „Verlorene Zeit“ nahtlos in die Band-Diskografie einreiht.

Auch musikalisch bleibt man seinem Stil treu und vermischt weiterhin Post-Black Metal mit kraftvollem Death/Doom. Daraus entsteht ein durchaus imposanter Mix, der sich mal mehr ins sphärische Wandern verliert, mal bisschen ruppigeren Black Metal durchscheinen lässt aber sich auch gerne mit schwerem, druckvollem Death/Doom inklusive grantiger Growls gehör verschafft. Die Übergänge sich dabei fließend, häufig merkt man erst nach ein paar Augenblicken, dass sich das Setting geändert hat. Spricht auf jeden Fall für das Songwriting der Jungs. Dementsprechend gelingt es den Herren fast spielerisch ein fesselndes und interessantes Album zu formen, wenn man mal über die holprig eingedeutschten Lyrics hinwegsieht. Was die Texte vielleicht nicht können, das macht die Band musikalisch gleich zwei mal wieder wett. Die fetzigen Riffs sitzen genauso wie die melodischeren Parts. Dazu kommen die natürlich zu Hauf vorkommenden sphärischen Keyboards, die im Hintergrund jede Lücke dicht machen. Die Drums schaffen den Schwenk zwischen druckvollem Stampfen und sanftem Trommeln auch mühelos, sorgen sogar immer wieder für groovige Momente und auch der Gesang kann sich sehen lassen. Jener schwankt zwischen tiefen Growls und verzweifeltem Schreien, gerne auch mal mehrstimmig und beide Welten verschmelzend. Da verwundert es nicht, dass die Atmosphäre der Scheibe durchgängig ziemlich dicht ist. Zwar kommen immer wieder ein paar hellere Momente, das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Scheibe doch recht trist und düster gehalten ist und den Hörer in seinen negativen bis schlicht traurigen Sog zieht.

Sterbefall beweisen erneut, dass ihr Mix aus Post-Black und deathigem Doom Metal gut funktioniert. Schwere trifft hier auf Leichtfüßigkeit. Zwischen lockerem rocken und aggressivem Geballer passt hier aber immer noch das gewisse etwas an Emotion und Schwermut dazwischen. Das und das Gefühl fürs Songwriting sind es, die „Verlorene Zeit“ zu einem echt großartigen Album werden lassen. Wird sicher noch öfter bei mir laufen!

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