Osiris – Meanders a Soul…

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Nachdem Osteuropa erstmal wieder abgedeckt ist, widmen wir uns heute einem Urgestein des ägyptischen Black Metals. Osiris gründeten sich 1996 und veröffentlichten in den 2 Jahren ihres Schaffens immerhin ein Demo und eine Single, beide natürlich auf Kassette. Laut Metal-Archives ist die Band damit die erste Metalband aus dem Land der Pyramiden. Danach löste sich die Band jedoch auf und wurde bis 2014 ruhen gelassen. Dann belebte Gitarrist Isfet die Band wieder, diesmal nicht als Band, sondern als Soloprojekt. Erweitert wurde das Projekt nur noch um Sänger Scott, der 2017 dazu stieß. In dieser Besetzung entstanden dann erst ein paar Singles bevor mit „Meanders a Soul…“ fast 25 Jahren nach der ersten Gründung der Band das Debütalbum veröffentlicht werden konnte.

Auf jenem Album zu finden sind 9 Songs, die sich allesamt im melodischeren Black Metal-Sektor tummeln und mit reichlich Keyboards verziert wurden. Dabei verbindet die Band verschiedene Einflüsse in ihrem Sound. Die Basis verbleibt dabei im Melo Black der Moderne mit ziemlich klarer und druckvoller Produktion, bisschen Hall auf den sauberen Vocals und einem überraschend gut programmierten Drumcomputer. Dazu gesellen sich immer mal wieder Anflüge von orientalischen Melodien, ein wenig Melodic Death Metal der Insomnium-Schule und hier und da tangiert man schon eine gewisse Epik mit einer guten Portion Bombast. Klar kommen einem da auch Melechesh in den Sinn, wobei die deutlich mehr Folklore in der Musik haben. Bei Osiris bleibt dagegen der grimmigere Aspekt im Vordergrund, nicht zuletzt wegen dem garstigen Geröchel und Gebelle von Sänger Scott, der sich mal die Seele aus dem Leib faucht, mal etwas mehr Richtung melodischem, sanften Growling tendiert. Vergleichen würde ich die Band deswegen eher mit Sachen wie Bal-Sagoth. Aber davon abgesehen stehen Osiris ziemlich solide auf eigenen Beinen und sorgen mit gutem Songwriting, viel Abwechslung und einer Mischung aus Epik, Melodik und einer guten Portion Aggression dafür, dass das Album druckvoll ins Ohr rauscht und da noch ein gutes Stück länger festsitzt als die CD läuft. Gerade Songs wie „Self Destructive Nature“ spielen sehr schön mit Details und ziehen einen sehr gekonnt in ihren Bann.

Sollte euch also mal wieder nach melodischem Black Metal mit Keyboards gelüsten, dann hört euch das Debüt von Osiris an, die Jungs aus Ägypten zerlegen mit diesem Brett so ziemlich jede Pyramide im näheren Umkreis und kreieren Songs, die aggressiv, melodisch und leicht orientalisch daher kommen. Zwischen Epik und Hass wird man in eine Welt gezogen in der nach wie vor Pharaonen an der Macht sind und das tatsächlich nicht nur musikalisch sondern auch textlich. „Meanders a Soul…“ ist ein ganz schöner Brocken von einem Epos.

Links:

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