Gloomy Grim – Agathonomicon

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Gloomy Grim zählen mittlerweile schon zur alten Garde der finnischen Black Metal-Szene. Seit der Gründung 1995 hat die Band bereits sieben Alben und etliche kleinere Veröffentlichungen abgeliefert. Das jüngste Album würde ich auch gleich mal als das beste der Bandgeschichte bezeichnen, denn was die Herren um Mastermind Agathon mit „Agathonomicon“ letztes Jahr abgeliefert haben, das kann schon ordentlich was.

Dabei gehen die Herren hier weniger „experimentell“ und sperrig zu Werke, sondern orientieren sich deutlich stärker an klassischem Black Metal und fahren auch die symphonischen Elemente ein gutes Stück runter. Die Keyboardsymphonien sind zwar weiterhin fast durchgängig da, halten sich aber die meiste Zeit dezent im Hintergrund und tragen dort zur unbequemen und düsteren Atmosphäre bei während im Vordergrund die Action abgeht. Da schwankt man nämlich gerne mal zwischen trägerem Black/Doom, der auch ein wenig in die Cosmic Black Metal-Richtung abdriftet und klassischem Black Metal der alten Schule mit dreckigen, sägenden Riffs, ner guten Portion Blasts und immer mal wieder einem Ausreißer-Soli, die noch einen Hauch First Wave bringen. Da hat man dann Songs wie „Master Inside„, die direkt und ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne rumpeln, im Mittelteil kurz etwas gediegener atmosphärisch werden und zum Ende hin nochmal den Knüppel auspacken. Dem gegenüber stehen Stücke wie „Third Eye Opening“, die zunächst träge und düster nach vorne wabern und mit Samplen und Orchestration überzeugen und im Mittelteil nochmal schön ne kurze Speed Metal-Kante zeigen bevor man sich wieder der schweren Monotonie widmet. So zieht sich das dann durchs Album weiter durch, hier und da kommen noch kurz moderne Darkthrone ins Spiel. Gesanglich bleibt man in der Regel klassischem Gekeife treu, streut in den schwereren Parts aber noch ein wenig tiefes Gegrowle mit ein und hier oder werfen ein paar Gang Shouts in den Ring. Den großen Abschluss des Albums bildet das „Haunting, Hunting, Howling„, in dem die ganzen Stärken der Band nochmal voll ausgeschöpft werden und welcher nach 10 Minuten Stille noch einen Bonussong mitbringt.

Gloomy Grim gehen auf ihrem neusten Werk zwar musikalisch ein paar Jahre zurück, songwritingtechnisch entwickelt man sich allerdings konstant weiter. „Agathonomicon“ geht ein Stück weiter in Richtung klassischen Black Metals, bringt aber durch doomige Parts, schwere Orchestrationen und einen Hauch Speed Metal-Riffing und Hardcore-Shouts frischen Wind mit ein, der Gloomy Grim weiterhin aus der Masse herausstechen lässt. Ein bisschen weird ist halt immer gut.

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