Temple of Decay – Last Manifestation of Life

Front

Nochmal Black Metal, diesmal allerdings aus Polen. Unter dem Namen Temple of Decay gründete dort 2019 ein Individuum namens Mortt ein Ein-Mann-Projekt, welches 2020 mit der ersten EP um die Ecke kam. Da ich sonst keinerlei Infos zur Band besitze, gehen wir am besten rein in die erste Scheibe, welche auf den Namen „Last Manifestation of Life“ hört.

Was Temple of Decay hier abliefert geht gleich von Beginn an ordentlich druckvoll und rasant zu Werke. Dazu bleibt man die meiste Zeit im klassischen Black Metal verwurzelt, der allerdings immer wieder durch harschere Death Metal-Einflüsse an Energie dazugewinnt. Harsche Marduk-artige Parts wechseln sich dabei stetig mit schweren und trägen Okkult-Parts ab, die fast schon am Mephorash erinnern. Dabei bleiben die Riffs jedoch immer im Vordergrund und liefern ziemlich kernige Schwärze, etwas Kühle und eine Grundmelodik ab, die schon ein gutes Stück an 90er-jahre Behemoth erinnert, nur eben in modernerem Sound. Zum Sägen der Riffdivision gesellt sich solides Drumming, das mir hier und da zu klickend daher kommt, aber durch die recht leise Abmischung der Base Drum nicht wirklich störend wirkt. Da zeigt sich ja sogar der Bass noch prominenter im Sound, zumal der hier und da sogar kleinere Akzente setzen kann, wenn ihn die Riffsalven mal ordentlich durchkommen lassen. Deutlich weniger Mühe sich gegen die Saitenfraktion durchzusetzen haben dagegen die Vocals, die zwischen okkulten Chören mit Hall und giftigem, bissigem Gekeife schwanken, je nachdem wonach die Aggressionsstufe der Songs gerade verlangt. Damit tragen die einen ziemlich großen Teil zur Entstehung einer düsteren, spirituellen Atmosphäre bei, die irgendwo zwischen kühl und pechschwarz anzusiedeln ist. Auch helfen sie dabei, die beiden Welten zu verschmelzen und zu einem stimmigen Ganzen werden zu lassen. So gibt sich die druckvolle Aggression mit dem atmosphärisch-düsteren nahtlos die Klinke in die Hand und ergänzt sich zu einem stimmigen Ganzen, das mich doch immer wieder an Bands wie Dark Funeral denken lässt.

Wenn ihr also mal wieder nach einer aggressiveren Black Metal-Kapelle sucht, die aber trotzdem einiges an ausgeprägter schwarzer Atmosphäre mitbringt, dann dürfte Temple of Decay ganz nach eurem Geschmack sein. Hier gibts mal voll auf die Fresse und mal gediegener, okkulter. Dadurch entsteht ein cooler Mix, in den sich sogar hier und da noch interessante Melodien unter die harschen aber packenden Riffs mischen und die EP zu einem noch größeren Schmankerl werden lassen. „Last Manifestation of Life“ kann man sich also durchaus mal anhören, gerade auch wenn einem die alten Sachen aus Schweden zusagen. Die Band wurde ja nicht umsonst nach einem Marduk-Song benannt.

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