Versus – Endless Duality

Versus - Endless duality

Hardcore ist ein Genre, das ich nur selten anfasse, in erster Linie, weil ich damit wenig anfangen kann. Hier und da schleichen sich aber auch hier Bands auf meinen Radar, die mich dann auch noch vom Hocker hauen können. Eine dieser Bands ist das Französisch-schweizerische Projekt Versus, die bereits seit 2013 aktiv sind, aber erst Ende letzten Jahres mit „Endless Duality“ ihr Debütalbum veröffentlichten.

Mit klassischem Hardcore der alten Schule hat die Scheibe relativ wenig zu tun, weswegen die Herren sich selbst auch als „Brutal Hardcore“-Band bezeichnen. Dabei macht das Album recht schnell deutlich, was diesen Sound ausmacht. Aggressiv und schnell ballern die Songs nach vorne und tangieren dabei so ziemlich alles was man mit aggressiver Gitarrenmusik verbindet. Als Grundpfeiler und roter Faden führt einen Hardcore durch das Album, doch dieser wird ständig erweitert und mit verschiedensten Einflüssen aufgewertet. Ranziger Crust, chaotischer Grind, drückender Death Metal und sogar tighter Thrash sowie frostiger Black Metal finden ihren Platz im Bandsound und verschmelzen zu einem wilden Biest, das einem am liebsten den Kopf abreißen würde. Das flüssige Songwriting der Jungs sorgt dabei dafür, das die Einflüsse sehr sauber ineinander übergehen, sich gerne mal überlappen und zu einen sehr organischen und natürlichen Gemisch reifen. Dabei lassen Versus dem Hörer wenig Zeit zum Verschnaufen, sondern knallen einem ihre 10 Songs ziemlich rabiat vor den Latz. Die Drums böllern von Anfang bis Ende durch, die Riffs jagen von einem Höhepunkt zum nächsten und die beiden Sänger sorgen mit wahnsinnigen Shouts und brutalen Growls für noch mehr Raserei und Wut. Eine gute halbe Stunde geht der wilde Reigen und keiner der Songs fällt negativ aus der Reihe, stattdessen bildet das Album eine aggressive Einheit, die durch Facettenreichtum genauso überzeugt wie durch tightes Songwriting und druckvollen Sound.

Versus zeigen auf ihrem Debütalbum eindrucksvoll, dass auch der Hardcore nicht eingeschlafen ist, sondern auch hier Experimentierfreude vorhanden ist. Das mag kaum einen verwundern, doch schmeißen die Herren aus Frankreich und der Schweiz genug Einflüsse zusammen, dass es bei anderen für mehrere Alben reichen würde, und das ohne überladen oder zu chaotisch zu klingen. „Endless Duality“ wirkt stattdessen wie aus einem Guss und zeigt eine Band, die noch groß herauskommen könnte. Zumindest haben sie schonmal ein fettes Ausrufezeichen dagelassen.

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