Shards of a Lost World – Parafer

Cover

Shards of a Lost World sind mal wieder am Start. Mit „Parafer“ erschien vor wenigen Tagen nach drei Jahren Wartezeit das dritte Album des Niedersächsischen Ein-Mann-Projekts von Anxientas. Dieser hob das Projekt bereits 2011 kurzzeitig aus der Taufe, so wirklich los ging es dann allerdings erst 2015 mit einem ersten Demo. Seitdem ist sich das Projekt im Kern treu geblieben, hat allerdings über die Jahre seinen Sound und Songwriting verfeinert, wodurch „Parafer“ entsprechend das ausgereifteste Machwerk der Atmo-Black Metal-Schmiede darstellt.

Der Auftakt der Scheibe ist allerdings noch etwas holprig. Irgendwie schafft es „Der ewige Geist“ noch nicht so ganz in seinen Flow zu kommen, bereitet den Hörer aber mit monotonen und simpel gehaltenen Riffs auf die weitere Reise vor und gerade die energetischeren Parts erwecken schonmal eine erste Atmosphäre, auf der im Verlauf weiter aufgebaut wird. Die trägeren Parts mit wenig Distortion zünden bei mir dagegen nicht sonderlich, doch spielen die auf dem Album eine untergeordnete Rolle, fallen also nicht zu negativ auf. Die restlichen Songs besinnen sich dann schnell auf die Stärken der Band: simples, monotones Riffing wie man es von Bands wie Burzum kennt, immer mal wieder durch kleinere Späßchen aufgelockert und gerne auch mal in Richtung frühe Darkthrone schielend. Träge aber melodisch schleppen sich die Songs so bedrohlich voran und bauen sich langsam zu pechschwarzen Bollwerken auf, in denen giftiges Gekeife eine zentrale Rolle einnimmt und die okkult-spirituell angehauchten Texte in den Mittelpunkt stellt. Dabei klingt jeder Song doch ziemlich eigen, „Gestalten“ geht mehr in eine klassische Atmo Black-Richtung während bei „Waldschrat“ das punkig-bissige von Darkthrone sehr deutlich durchkommt, nur eben alles runterreduziert auf das Nötigste um die Songs zum Laufen zu kriegen. Wiederholungen werden ja gerne mal eingesetzt um eine Atmosphäre aufzubauen und einen „hypnotisierenden“ Effekt auf den Hörer auszuüben und genau das schafft Anxietas hier auch. Dazu kommen noch der dezente Dark Ambient-Einsatz im Hintergrund und schon wird man von schwarzem Nebel umgeben. Lediglich „Nebelhexe“ bricht aus dem Konzept aus und schafft es durch die ständigen Riff-Unterbrechungen und abrupten Stimmungswechsel nicht, die Atmosphäre aufrecht zu halten. Da fehlt mir ein wenig der rote Faden, der den Song innerlich zusammenhält und in den Albumkontext einpflegt. Zum Glück schafft das Ende der Scheibe, das nochmal mit einer Goethe-Anspielung um die Ecke kommt, dann nochmal die Kurve und sorgt für einen runden Ausklang aus einem hier und da holprigen, aber im großen Ganzen doch schön packenden Album.

Shards of a Lost World bleiben ihrem Minimalismus auch auf „Parafer“ treu. Zwar kommen hier mehr Ideen und Ausreißer zusammen als auf den älteren Scheiben, Riffs wechseln öfter, Stimmungen  wandeln sich, Einflüsse schimmern öfter durch und sogar ein Gastsänger hats auf die Scheibe geschafft. Im Kern steht allerdings immer noch das Kredo mit simplen Riffs und viel Wiederholung eine dichte, okkulte Atmosphäre aufzubauen. Das klappt zwar an zwei Stellen nicht ganz, der Rest macht das aber locker wett und sorgt dafür, dass ich dem Album trotzdem eine Empfehlung aussprechen kann. Gerade Songs wie „Gestalten“ oder der Titelsong knallen schon richtig gut rein. Atmo passt, bisschen Punk ist mit drin, wat will man mehr?

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