The Malice – Legions of the Dawn

284-1

Mit The Malice begeben wir uns heute wieder mal in die brutaleren Spielarten des Metals, allen voran der Death Metal. Das Deutsch-Schwedische Projekt, das sich 2014 um das Duo Nur-Adad und Samsu-Iluna gründete konnte bereits zwei EPs, ein Demo und eine Single veröffentlichen, bevor 2020 das Debütalbum „Legions of the Dawn“ erschien, welches ein Remaster des 2019er Demos darstellt. Gegen Ende des Jahres konnten sie dann auch noch drei Mitglieder dazugewinnen. Damit steht der Band jetzt nichts mehr im Weg um auch live auszuteilen. Wir fokussieren uns heute allerdings nicht auf Konzerte der Truppe, die pandemiebedingt noch auf sich warten lassen, sondern hören ins bereits genannte Debütalbum rein.

Auf ebenjenem ballert das Duo einem alles vor den Latz was im Death Metal-Bereich an Komplexität vorhanden sein kann. Thematisch bewegen sich die Herren dann auch noch im antiken Mittleren Osten, wodurch man sich spätestens hier einen Vergleich mit Nile nicht verkneifen kann. Und ja, einige Parallelen sich sicherlich vorhanden. Die Musik von The Malice vermengt ziemlich gekonnt aber auch rabiat Technical Death Metal mit einer gehörigen Portion Brutal Death und auch Grindcore schimmert hier und dort etwas durch. Komplexe Leads treffen da auf stumpf stampfende Rhythmussalven sowie gezielt eingesetzte chaotische Raserei und kreiert so ein finsteres Bollwerk aus Todesstahl, das einen erbarmungslos verkloppt und das Skalpell zu Hilfe nimmt, wenn man schon am Boden liegt. Die Musik springt von einem Extrem zum Nächsten, wechselt ständig das Hauptriff, liefert ausufernde Gitarren-Frickel-Solis und überrolt einen mit brutalen Blast-Salven, stumpfen Rumpelparts und den grollenden Vocals. Wer hier abgelenkt ist, wird einfach überfahren, so viel passiert hier auf einmal. Dabei halten die Herren noch genug am klassischen Death Metal fest, dass man sich nicht völlig überrollt wird, sondern immer noch Parts hat, an denen man sich auch als „Normalo“ entlanghangeln kann. Davon, dass die Scheibe ursprünglich mal als Demo veröffentlicht worden ist, hört man auch nichts. Der Sound ist astrein, druckvoll und energiegeladen, behält sich aber hier und da eine organische Note bei und vergeht nicht in der sterilen Produktion der meisten modernen Death Metal-Scheiben. Auch wirken die Songs allesamt wie aus einem Guss, legen höchstens ihren Fokus alle minimal anders, wobei ich da nicht genug mitkomme um da noch was zu differenzieren. Dafür hat mich die Scheibe zu hart überrollt…und das mit gerade mal 30 Minuten Spielzeit.

Wenn ihr Fans von Bands wie Nile oder A Million Dead Birds Laughing seid, dann solltet ihr vielleicht mal in das Debüt von The Malice reinschnuppern. Die Jungs verstehen keinen Spaß, sondern knüppeln einem brutalen, technischen Death Metal vor den Latz, der hier und da auch fast an grindigere Geschichten erinnert, was Tempo, Brutalität und Energie angeht. Roter Faden ist dabei aber noch vorhanden und sogar ich als Laie was diese Spielarten betrifft konnte dem Treiben einiges abgewinnen. Dementsprechend kann ich „Legions of the Dawn“ jedem Fan brutalen technischem Death Metals empfehlen.

Links:

Bandcamp    Facebook    Metal-Archives    SoundCloud    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s