Ash of Ashes – Traces

Ash of Ashes-Cover Traces 3000x3000

Diesen Freitag erschien der Erste meiner drei Top-Anwärter auf das Album des Jahres. Morgen erscheint dann auch gleich noch der zweite, aber dazu später mehr. Heute legen wir den Fokus ganz auf Ash of Ashes, das Nachfolgeprojekt zu Hel. Das Duo hat mit „Traces“ nun sein zweites Album vor gelegt, das den Weg des Vorgängers weiterdenkt und den „Epic Scaldic Metal“ um viele Facetten erweitert.

Wer das Debütalbum der Sauerländer kennt, der wird hier zwar bekannte Trademarks wiederfinden, aber auch überrascht werden. Natürlich basiert das Album musikalisch noch in einer sehr epischen, tragenden Spielweise des Pagan Metal mit Black Metal-Einschlägen und schlägt einem oft eher langsam und gediegen entgegen, doch bildet das auf dem neuen Album lediglich ein loses Grundgerüst und nicht mehr den zentralen Sound. Stattdessen wechseln die Themen der Stücke von Song zu Song, hangeln sich von einem Einfluss zum nächsten, doch wird sich trotzdem strikt an den roten Faden gehalten. So klingt vieles gerne mal nach druckvollem Power Metal, der mich gerade gesanglich an die Finnen von Arion (zumindest deren Debüt) erinnert. Dazu gesellt sich etwas Prog Rock, der dann auch mal etwas in die Neo-Prog-Richtung schielt, bevor atmosphärischer Black Metal eine Wall of Sound heraufbeschwört. Stilecht kommen natürlich auch noch folklorische Elemente und Instrumente wie die Drehleier zum Einsatz oder man intoniert gleich komplette Folk-Stücke wie die Band das bei „Vem kan segla förutan vind“ tut. Gerade aufgrund des dominierenden, verhallten Klargesangs und dem eher ruhigen Tempo kann ich mir auch Assoziationen zum Epic Doom der Band Fvneral Fvkk nicht verwehren, auch wenn es musikalisch dann nicht so ganz passen möchte. Die Band tut also durchaus gut daran, ihren Stil „Epic Scaldic Metal“ zu nennen, denn in irgendwelche Schubladen stecken lassen will man sich hier nicht. Stattdessen möchte man anmutige, epische Geschichten im Stile der alten Skalden in ein modernes Metal-Gewand kleiden ohne sich selbst zu limitieren. Dass der werte Skaldir samt Mitstreitern dazu im Stande sind, haben sie ja auf dem Debüt bereits mehr als eindrucksvoll bewiesen, hier wird dieser erste Funke einer Idee auf beachtliche Weise weitergedacht und in ein wahres Monument von Album gegossen.

Sucht ihr nach epischem Metal mit erzählerischem Charakter, dann ist diese Band genau das richtige für euch. Irgendwo noch Pagan und Black Metal, sorgen unzählige Ideen und Facetten dafür, dass man sich auf eine Reise voller Überraschungen begibt. Dabei ist alles so gekonnt miteinander verwoben und mit viel Fingerspitzengefühl verwoben worden, dass jede Note perfekt zum Album passt, egal in welche Richtung man sich nun ausprobiert. Im Zentrum steht dabei immer die Epik, die Melancholie und das Träumen in eine vergessene Zeit. Ash of Ashes haben sich ein weiteres Mal selbst übertroffen und ein absolut episches Meisterwerk auf Platte gepresst. „Traces“ ist ein absolutes Highlight!

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