Skarz – What Remains

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Zeit für eine bisschen Old-School-Geballer, findet ihr nicht? Das griechische Duo Skarz ist 2020 frisch durchgestartet, doch kennt man die Herren vermutlich von ihrer früheren gemeinsamen Band Humanity Zero. Dimon’s Night, der Bassist und Drum(computerbeauftragte?) von Skarz, ist zudem noch bei den Death Metallern von Ectoplasma tätig und auch sonst sind die Herren nicht gerade untätig was Projekte angeht. Aber genug dazu, denn die Band hat 2020 mit „What Remains“ sein Debütalbum vorgelegt, dem wir heute mal ein Ohr widmen wollen.

Was die Jungs hierauf abliefern geht direkt in Richtung 80er und 90er. Old School Death Metal der Marke Death’s „Scream Bloody Gore“ wird mit einem energetischen Spritzer Thrash angereichert und geht so süffig und rumpelig ins Ohr. Allzu viel Variation darf man da natürlich nicht erwarten, dafür bewegen sich die beiden sehr solide in ihrem vorgesteckten Rahmen und liefern ein packendes Riff nach dem nächsten. Immer wieder schafft sich mal ein Thrash-Solo Gehör und lässt den schweren, modrigen Death Metal mal etwas frische Luft schnappen, ansonsten rumpeln sich die Herren stur durch ihr Set. Mal schleppend mal auf Krawall gebürstet kloppt die Band was das Zeug hält und kreiert so einen makabren Schauplatz des Todes. Simple Riffs, stumpfes Drumming und hier und da mal ein Szenenwechsel, das ist das Grundgerüst des Bandsounds, der sich so ohne Schnörkel in der Zeit zurück bewegt. Auch die grimmigen, gequälten Growls von Kostas Sarcastic verstärken den sumpfigen, morbiden Charakter der Scheibe. Die Band schafft es ziemlich gut einen gewissen Necro-Charme zu versprühen und dem Album einen dreckigen, bedrohlichen Anstrich zu verpassen, doch stört der klinische Drumcomputer deutlich den Retro-Charme. Das Teil klingt einfach viel zu modern und mechanisch, als dass es zum Rest der Scheibe passt. Da fehlt das rumpeln und poltern eines echten Drummers, der hier ein wenig stumpf drauf los holzt. Trotzdem erweisen sich die 35 Minuten des Albums als ziemlich unterhaltend, wenn man denn ein Ohr für 80er und frühen 90er Extreme-Metal hat.

Skarz bieten mit ihrem Debüt ein Werk, das mit Höhen und Tiefen daher kommt, aber am Ende durch seinen rumpeligen Old School-Charakter und den mehr als soliden Death/Thrash überzeugen kann. Klar liefert die Band hier keinen neuen Ideen sondern hangelt sich an alten Death, Vader und Konsorten entlang, doch gestalten sie ihre Huldigung relativ abwechslungsreich, indem sie Tempowechsel und Thrash-Solos einbauen. Lediglich der sterile Drumcomputer dämpft das Hörvergnügen etwas, lässt sich aber überhören. „What Remains“ man sich also durchaus mal geben.

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