Baxaxaxa – Catacomb Cult

cover

Baxaxaxa sind zurück! Die Band aus Unterfranken, die mit ihrem 1992 veröffentlichten Demo „Hellfire“ wohl zu den ersten Vertretern der zweiten Welle an Black Metal-Bands in Deutschland zählen dürfte. 2017 hat man den längst verendeten Phönix wieder aus der Asche gezogen, als Condemptor der Ansicht war, dass man doch mit neuen Mitstreitern nochmal durchstarten könne. Gesagt getan, man veröffentlichte ein Demo, dann eine EP und 2021 schließlich das erste Full-Length der, durch die 25-jährige Pause eigentlich recht kurzen, Bandgeschichte. Aber taugt „Catacomb Cult“ denn auch was, oder ruht man sich auf dem Kultfaktor der alten Tage aus?

Zugegeben, wer hier ein modernes, frisches Stück Musik erwartet, der ist völlig schief gewickelt. Baxaxaxa liefern stattdessen altbewährtes. „Catacomb Cult“ ist eine Zeitreise zurück in die frühen 90er und ein grimmiges, schwarzes und rumpelige Album. Die Produktion ist dem angemessen und lässt die Scheibe klingen als wäre sie in den Katakomben eines baufälligen Doms aufgenommen worden. Die Drums rumpeln sich im Hintergrund vor sich hin, die Riffs sägen mal mehr mal weniger wild und Traumatic röchelt und bellt sich die Seele aus dem Leib. Dabei liefern vor allem die Drums und die rotzigen Vocals gerne mal eine gute Portion an Punk-Energie ab, das etwas an Darkthrone erinnern mag und hier und da etwas Barathrum durchschimmern lässt, während sich die Riffs auf einfache, monotone und möglichst großflächig daherkommende Riffs beschränkt und darin wenig Variation zulässt. Verrottet, wild und doch in erster Linie auf eine pechschwarze, dichte Atmosphäre bedacht quillt das dann dreckig aus den Lautsprechern. Darüber legt sich noch ein Hauch von Keyboards, der den okkulten und mystischen Charakter der Songs noch etwas unterstreicht und die Monotonie ein klein wenig durchbricht. Gehört hat man das alles schon und die Band überrascht einen auch nicht mit überragenden Leistungen, sondern beschränkt sich auf eine sehr solide Darbietung von klassischem, völlig schnörkellosem Black Metal. Ob man das anno 2022 noch braucht, sei jetzt einfach mal dahin gestellt. Trotzdem holt mich die Scheibe mit ihrer Atmosphäre und dem Punk-Unterton voll ab. Die Riffs sitzen und beschwören einen geradezu hypnotischen Sog herauf, die Drums rumpeln schön ruppig drauf los und auch die geröchelten, manischen Vocals gehen gut ins Ohr. Das wird auch auf die volle Dauer von 47 Minuten nicht langweilig.

The cult is alive, könnte man sagen. Baxaxaxa sind zurück und haben nach 25 Jahren Pause ihr erstes Album veröffentlicht. Von der Originalbesetzung ist zwar nur noch Condemptor über, aber auch die neuen Mitstreiter schaffen es, den Spirit der alten Tage aufleben zu lassen und mit „Catacom Cult“ eine Scheibe aufzunehmen, die direkt an das Demo von damals anknüpft. Bringt absolut nichts neues auf den Tisch, aber trotzdem für jedem Black Metal-Fan empfehlenswert. 

Links:

Bandcamp    Facebook    Instagram    Metal-Archives    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s